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Klatsch & Tratsch

"THATS LIFE" - MITTEN IN ST. PAULI


Im Thema: Klatsch & Tratsch
von: Petra Kallenbach
erstellt am: 08.06.2011

18 Bewertungen: (ø 3.2)
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381 mal gelesen


24 Std. in St. Pauli, einem gaaaanz normalen Wohnviertel....

Ich wohne ja hier in Altona - Altstadt am Hafen, das grenzt an St. Pauli. Das heißt, eigentlich ist es St. Pauli. Aber irgendwo muss ja die Grenze sein und die ist eben hier bei diesem Haus -

Hier leben ganz normale Menschen. - Familien, Spinner, Ausländer, Geschäftsleute , Künstler, ältere Menschen, Kinder, Juppies und natürlich viele Tiere. -

Ganz friedlich fing der Tag an, indem er mir ein paar Sonnenstrahlen auf mein Bett schickte. Ich liebe diese heile Stille, war aber schon hellwach und beschloß mir die Tageszeitung und meine Lieblings- Dinkelbrötchen zu holen, mein Hund stand schon mit der Leine im Maul vor mir.

Kaum hatten wir das Treppenhaus betreten, da hörte ich ein leises Schnarchen. - Häääää. - wo kam das denn her? - Unten angekommen erblickte ich meinen Nachbarn "Kongomüller" (so hieß er, weil er früher mal zur See gefahren war), friedlich vor sich hin schnorchelnd auf der Kellertreppe, mehr liegend als sitzend. Er war wohl im "Blauen Peter", seiner Stammkneipe letzte Nacht versackt. Vorsichtig kitzelte ich ihn an der Nase: "Kalli, aufwachen..., die Treppe rauf und nicht die Treppe runter! - Halloween ist erst im Herbst". - Ich zog an seinem Arm und klirrend fiel sein Schlüsselbund aus der Jackentasche. "komm hoch..., ich schließe dir die Wohnungstür auf". - Man kann doch einen Nachbarn nicht einfach so liegen lassen. Schleppenden Schrittes mit Schnappklettertechnik begab er sich nach oben. - Draußen hörte man die Müllmänner schon mit den Metallkübeln scheppern und irgendwo knallte ein Sektkorken. -"Prost Neujahr!", rief Kalli. "Ebenso Kalli", sagte ich , "ebenso". Ich schubste ihn in seinen Wohnungsflur, die Schlüssel hinterher.

Dann ging ich zum Bäcker. - Dort angekommen stritten sich vor dem Laden zwei Transvestiten. " Du hast es gerade nötig!!!", schrie der/die eine.. Ein Wort gab das andere, eine Rangelei begann und , wupps, landete eine blonde Perücke auf den Vordach der Bäckerei. -" Ich hol se nich wieder runter!", sagte die nette Verkäuferin gelassen.

Zuhause mit meinen Brötchen wieder angekommen, frühstückte ich gemütlich. Sonnenlicht durchflutete das Zimmer und beschloß weiter an den Bildern für meine Ausstellung im Herbst zu arbeiten. Der Tag war geradezu ideal dafür. - Ich schaltete Klassik Radio ein und kam ganz gut voran. - Gegen Mittag klingelte das Telefon. Ich nahm den Hörer ab und entgegnete auf das gefragte: " Nein, ich habe jetzt keine schwarze Lackkorsage an und auch nicht meine Stilettos und ich bin auch nicht "Pussy" aus der Herbertstraße! - Sie haben sich verwählt." - Das Problem hier im Viertel war, dass fast alle Telefonnummern mit 31.... anfingen und so kam es dauernd zu Verwechslungen. - Genervt schaltete ich meinen Anrufbeantworter ein.

Ich machte mir einen Teller Obst und arbeite dann weiter. - Der Nachmittag verlief ruhig. -Es rauschten auf der Straße vorm Haus nur 2 Feuerwehrautos, 3 Rettungswagen, der Notarzt und 5 Polizeiautos vorbei.

Am Abend bescheschloß ich noch ins "Cafe Spinner" zu gehen einen Salat zu essen und einen Feierabenddrink zunehmen. Unterwegs begegnete mir ein " Roma- Hochzeitszug", welcher einen Stau auf der engen Straße verursachte hatte. Die Autofahrer fluchten, die Polizei war auch schon in Anmarsch. - Im Cafe angekommen, war mein Lieblingsplatz am Fenster besetzt. - Otto, mit seinem Rottweiler und in seinem braun-weißen Lieblings T - Shirt mit dem Spruch: "Der tut nix, der will nur spielen". Ich setzte mich dazu und bestellte. - Wie freute ich mich schon auf mein gemütliches Bett und darauf meinen spannenden Krimi weiterzulesen.

Zuhause machte ich mein Kaminfeuer an, zog meine Wohlfühlwollsocken an, machte mir eine Tasse Tee und kuschelte mich in meine Felldecke. Zu meinen Füßen lag der Hund friedlich schlummernd, als gegen 23:00 plötzlich das Telefon aufleuchtete, der Anrufbeantworter war ja an. - Obwohl...., dachte ich...., soll ich abnehmen? Es konnte ja etwas wichtiges sein, um diese Zeit..? - Ich hangelte nach dem Hörer und meldete mich. - Am anderen Ende: "Ja, hier ist der Taxifahrer, ich bringe ihren Mann nachhause, kommen sie bitte mit Taxigeld runter und holen ihn ab". - "Aber ich habe garkeinen Mann". - "Doch, der steht hier unten, ist doch Roosensweg 13, die Adresse hat er mir gegeben", sagte der Fahrer in gebrochenem Deutsch. " Okay", sagte
ich und legte den Hörer auf. Phhhh..., Roosensweg, das war mindestens 3 Kilometer entfernt, ich wohnte in der Rosenstraße. Sollten die beiden doch dort anwachsen, wo sie standen... -

Ich horchte nach unten ins Treppenhaus...., allles ruhig. Schön...,dachte ich.
Doch das war ein Trugschluss. Aufeinmal hörte ich es knallen und grollen im Treppenhaus, wie bei einem mittleren Erdbeben oder schrecklichen Gewitter. - Von oben dann eine Stimme: "Nein Schatz, nicht das Motorrad!" Das konnte nur einer sein, "Django Bierbichler", der bayrische Mannvon der Cindy aus Chemnitz. Er baute jedes Jahr im Frühling seine Harley im Wohnzimmer auseinander um sie sommerfit zu machen. - Jetzt kam aufeinmal Leben ins Haus. In Wollsocken und Kuschelpullover schlich ich zur Tür und sah hinaus. - Ein Stockwek tiefer lugte der nette Afrikaner "Sambou" schüchtern aus dem Türspalt. Worauf Bierbichler brüllte:" Saupreuß, afrikanischer, sieh zua doas di schwingst". - Aus dem Dachgeschoß fluchte der alte Klavierlehrer Miesel Rabenschlag, weil er sein eigenes Klavierspiel nicht mehr hören konnte. Neben ihm öffnete das zierliche, schwerhörige, alte Fräulein Lena Rosenzweig die Tür, hob den dünnen Finger und sagte lächelnd in seine Richtung:"Herr Rabenschlag, Sie Schelm sie, haben Sie wieder Damenbesuch?" Woraufhin dieser mit Schwung seine Tür zuknallte. - Neben mir erschien trüben Blickes "Kalli Kongomüller" und fragte in meine Richtung: "Ach, haben wir nicht heute einen Feiertag?"- Aus dem Erdgeschoß kreischte Frau Dröse, die Mutter eines 48-jährigen Nesthockers mit dominanter Stiimme: "Ruhe jetzt oder ich rufe die Polizei !!!" - Der Nesthocker einen Meter hinter ihr: " Genau, MAMA, genau...

Ich sah gerade auf die Uhr, als in der Josephs Kirche an der Großen Freiheit das Glockenspiel Mitternacht einläutete. - 24:00 - Und dann? - Nix dann! - THATS LIFE - MITTEN IN ST. PAULI, einem bunten Hamburger Wohnviertel, wo ganz normale Menschen wohnen, wie zum Beispiel ich,lächel...





IconKommentare

Ute Synowzik
Ute Synowzik09.06.2011 07:57
Der

afrikanische Saupreuß hat was für sich ... ;-)

Schön erzählt !

Gesperrtes Mitglied
Gesperrtes Mitglied09.06.2011 10:37
Petra

Wie immer super, es wird Dir nicht langweilig!!
Das wirst Du in Bulgarien nicht haben und vielleicht vermissen?
Bei mir waren die Pizzaboys gestern auch sehr laut. Ich gehe nur hoch und deren Türe zu, wir lachen, basta.Sage nur , wenn Ihr nach 22 Uhr immer noch krakelt gibt es ne Pizza für mich aufs Haus.
Morgens weckt mich die Klappe vom Papiercontainer...ansonsten ist es ruhig.

Petra Kallenbach
Petra Kallenbach10.06.2011 01:00
Das Fake

Ich denke , ich werde genug AStoff für Stories haben in BG. Im SN will ich auf jeden Fall bleiben. - Doch z. Zt. habe ich mich gerade in jemanden verliebt aus`m SN. - Wie immer, am anderen Ende von D. - Tja. Ängstle..., bin Spezialist darin mir die falschen Männer auszusuchen... , aber richtig treffsicher. - Das klappt dann besser als Vermittlerin für meine Freundinnen. - Ich bin dann immer "Trauzeugin", haha, wein...

Schreib doch mal was über die Pizzaboys... hört sich richtig gut an, mach ne Story draus.



-LG--

Luis Walter
Luis Walter10.06.2011 17:35
Das wahre Leben

Ob mitten in der Stadt,
auf dem Dorf oder am Land,
jedes seine Geschichte hat
wo neuer Stoff entbrannt.

Eine wirklich unsagbar tolle und spannende Geschichte aus dem Leben,
Du hast das Zeug.............

Aha, Du hast Dich verliebt, aus einem im Süden des Landes????

Alles Liebe für Dich und denke daran,
positiv denken und Du wirst Dein Herz an den richtigen Schenken......

jim beam
jim beam11.06.2011 09:08
jo

Petra das geht schnell mit dem verlieben..letzte Woche lief da son Film..habsch mich doch voll in die Alte verknallt..die wohnt irgendwo in Amerika..davor die Woche wars eine aus Australien..
ich hab mal ne Frage unter uns..wenn man Älter wird..nä..entwickelt sich der Geist zurück?..dann würde ich mal sagen sind wir in der spätpupertären Phase..da will man auch immer Romane schreiben..die will aber keiner lesen..nur hier muss man..

Petra Kallenbach
Petra Kallenbach11.06.2011 10:26
jim beam

Ja Jimmi,

hast rech! - Was das verlieben anbetrifft, entwickelt sich der Geist zurück in dem Moment, wo es passiert. Man kann aber auch schnell wieder suf dem Boden der Tatsachen landen , denn: LIEBE macht zwar blind, aber nicht taub, lach....

Petra Kallenbach
Petra Kallenbach11.06.2011 10:42
Luis Walter....

Ähm....., rot werde und Blick senk..... - Aber wie erkennt man denn den richtigen, Luis? Kannst Du mir da mal einen Tipp geben?- Nur auf sein Herz hören....., naja, Herzen können ja leicht brechen.- Und wer möchte schon mit einem halben Herzen heumlaufen...
Gesperrtes Mitglied
Gesperrtes Mitglied16.06.2011 11:12
Liebe Petra,

du hast uns mal wieder Freude geschenkt mit Deinem Artikel.
Mitten aus dem Leben einer Großstadt.
In unsere Kleinstadt passierne auch oft seltsame oder lachhafte Geschichten, nur hier darüber schreiben, nein, das mache ich nicht, dafür habe ich 5 Gründe ;o)))
Alles Liebe und Gute Dir
-Rosi-



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