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Gesundheit

Amalgam – kontrovers diskutiert:


Im Thema: Gesundheit
von: Inaktives Mitglied
erstellt am: 24.11.2009

8 Bewertungen: (ø 3.5)
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Zurzeit gibt es wieder einige Veröffentlichungen, die die Diskussionen um Amalgam als Zahnfüllungen wieder anheizen. Schädlich – oder nicht schädlich. Im Laufe der Jahre gibt es unterschiedliche Forschungsergebnisse.

Allerdings stellt sich die Frage, ob alle Untersuchungen und Vorgaben einem wissenschaftlichen anerkannten Standard entsprechen. Im November 2009 auf dem 97. FDI-Welt-Zahnärztekongress in Singapur haben sich Standesvertreter für die Beibehaltung der Amalgam-Füllungen ausgesprochen.

Hier nun mal bisschen Zeitgeschichte der unterschiedlichsten Auffassungen:

Mai 2006
In einer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung kommen die Mediziner
aus dem Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. med. Franz Daschner zu dem Ergebnis, dass Quecksilber als Ursache bei kindlichen Entwicklungsstörungen und Autismus in Frage kommen kann. Die Forscher fanden heraus, dass vor allem die Quecksilberbelastung der Mütter während der Schwangerschaft, ein Risikofaktor ist.

Weiterhin konnte in einer 2005 veröffentlichten und 2006 aktualisierten Risikobewertung
aufgezeigt werden, dass Amalgamfüllungen eine Hauptquelle der menschlichen Quecksilberbelastung sind. Studien an Leichen fanden bei Amalgamträgern bis zu 10-fach erhöhte Quecksilbermengen in Niere, Schilddrüse, Leber und Gehirn. Amalgamträger begingen überzufällig häufiger Selbstmorde.

Eine Vielzahl von Studien zeigen zudem einen negativen Einfluss auf die Gesundheit, auch wenn Grenzwerte für Quecksilber eingehalten seien. Unter anderem kann, wie eine weitere aktuelle Forschungsarbeit der Freiburger Forscher zeigt, die Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung bei empfindlichen Personen begünstigt werden. Die Freiburger Ärzte konnten zudem bei unterschiedlichen amalgambedingten Beschwerden eine Verbesserung der Gesundheit durch naturheilkundliche Therapien beobachten. Studien, welche Amalgam als sicher erscheinen lassen, sind meist methodisch fehlerhaft oder haben - wie die vor kurzem veröffentlichten Untersuchungen an Kindern - eine zu kurze Beobachtungszeit.

Die Freiburger Forscher kommen zu dem Schluss,
dass "Amalgam weder medizinisch, arbeitsmedizinisch noch ökologisch als sicheres Zahnfüllungsmaterial angesehen werden kann". Die Arbeiten der Freiburger Forscher trugen auch zu der kürzlichen Entscheidung des Europäischen Parlamentes bei, die Anwendung von Quecksilber in der EU drastisch zu reduzieren.

Nun der Stand April 2008
Seit vielen Jahren wird von Forschung und Medien das Schädigungspotenzial von Amalgam
in der Zahnmedizin kontrovers diskutiert; Berichte von Patienten, die über Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Depressionen, Müdigkeit und Sehstörungen klagen, reißen nicht ab. Vor dem Hintergrund eines Gerichtsverfahrens gegen die Firma Degussa hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im Jahr 1996 das Zentrum für naturheilkundliche Forschung am Klinikum rechts der Isar der TU München mit der Durchführung des interdisziplinären Forschungsprojektes GAT (German Amalgam Trial) beauftragt. In diesem groß angelegten, zwölf Jahre dauernden Projekt untersuchten "schulmedizinische" und "komplementärmedizinische" Einrichtungen in mehreren Teilprojekten das Schädigungspotenzial von Amalgam, die diagnostischen Möglichkeiten sowie geeignete Therapien. So wurden beispielsweise erstmals die Auswirkungen einer Amalgamentfernung bei Erwachsenen erforscht. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes liegen nun vollständig vor.
"Ob und wie schädlich Amalgam wirklich ist, muss aus wissenschaftlicher Sicht sehr differenziert betrachtet werden",
erläutert PD Dr. Dieter Melchart, der als Leiter des Zentrums für naturheilkundliche Forschung am Münchner Klinikum rechts der Isar für die Studie verantwortlich war. "Eine eindeutige Aussage, ob es gefährlich oder harmlos ist, können wir daher nicht machen. Wir können jedoch fundiert empfehlen, welche Therapiemöglichkeiten es bei einer subjektiv empfundenen Amalgam-Schädigung gibt."

Zunächst befragten die Wissenschaftler rund 5.000 zufällig ermittelte Patienten
von Zahnärzten nach ihren Beschwerden. Dabei konnte kein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Amalgamfüllungen und dem Auftreten bestimmter Symptome nachgewiesen werden. Bei der Analyse der Fallberichte von Klägern im "Degussa-Verfahren", die zahlreiche Beschwerden im Zusammenhang mit Amalgam angegeben hatten, zeigten sich deutliche Hinweise darauf, dass sowohl zwischen Amalgamversorgung und Auftreten der Symptome als auch zwischen Amalgamsanierung und Besserung der Beschwerden ein zeitlicher Zusammenhang vorliegt. Allerdings geben die Forscher zu bedenken, dass diese Daten aufgrund der methodischen Mängel in den retrospektiv ausgewerteten Fragebögen mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Um der Frage nachzugehen, welche Schäden durch geringe Amalgam-Dosen
im Körper langfristig und möglicherweise auch unbemerkt entstehen können, untersuchten die Wissenschaftler den Effekt auf verschiedene menschliche Zelltypen. Die Ergebnisse sind, wie Melchart erläutert, nicht eindeutig: "Während sich Monozyten insbesondere gegenüber geringen Dosen von Quecksilber als unempfindlich erwiesen, reagierten Lymphozyten deutlich empfindlicher. Wir haben auch festgestellt, dass sich Zellen nach einer Amalgam-Exposition weniger gut auf Stresssituationen wie Fieber oder Umweltgifte einstellen können." Allerdings seien auch diese Ergebnisse unter Vorbehalt zu sehen: "Die Reaktion der Zellen im Labor muss nicht unbedingt der im menschlichen Körper entsprechen."

Ein weiteres Teilprojekt widmete sich den diagnostischen Möglichkeiten, eine Belastung des Organismus durch Amalgam zuverlässig nachzuweisen. Hier zeigte sich, dass die gängigen Testverfahren nicht zwischen Probanden mit Amalgam-Beschwerden und solchen, die keine Beschwerden verspüren oder ganz frei von Amalgam sind, unterscheiden können. Eine Ausnahme bildet die toxikologische Messung von Quecksilber in Speichel und Blut, die zumindest zwischen Amalgamträgern und amalgamfreien Probanden eindeutig differenziert.

Die aktuellste, im Journal of Dental Research veröffentlichte Studie
vergleicht verschiedene Therapiemöglichkeiten für subjektiv amalgamgeschädigte Patienten. Das Ergebnis war für die Forscher recht überraschend: Einerseits führt die Entfernung der Amalgamfüllungen tatsächlich zu deutlich niedrigeren Quecksilberwerten in Speichel und Blut und auch zu einer klinisch relevanten Verbesserung der subjektiven Beschwerden. Ob eine zusätzliche Ausleitungstherapie durchgeführt wird oder nicht, spielt dabei im übrigen keine Rolle. Andererseits brachte ein spezielles Gesundheitstraining den Betroffenen eine ähnlich positive Linderung ihrer Beschwerden, auch wenn sich die gemessenen Quecksilberwerte dadurch natürlich nicht veränderten.


Der Stand November 2009
Der Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Greifswald, Professor Georg Meyer hat auf dem 97. FDI-Welt-Zahnärztekongress in Singapur für die weitere Nutzung von Amalgam als Zahnfüllung plädiert, er führte aus: „Wie die aktuelle Forschung belegt ist Amalgam eine äußerst stabile Legierung aus Silber, Zinn, Kupfer und Quecksilber. Es ist das weltweit am häufigsten verwendete Zahnfüllungsmaterial für Seitenzähne.
Eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien und Langzeituntersuchungen hat bislang keinerlei Hinweise ergeben,
dass diese Füllungen, trotz ihres Quecksilbergehaltes, gesundheitsschädlich sind", betonte Meyer. Dennoch würden ganz besonders in Deutschland geradezu "militante Amalgamgegner" eine Stimmung und diffuse Ängste gegen Amalgam-Plomben schüren. "Ein Verbot von Amalgam, das haltbarer und sicherer ist als alle anderen plastischen Füllungsmaterialien, würde in vielen Ländern dazu führen, dass sich die Menschen keine Zahnfüllungen mehr leisten könnten."

Auch das Argument, die Entsorgung von Amalgamfüllungen
würde die Umwelt stark mit Quecksilber belasten, widerlegte der Greifswalder. "Die bei der FDI vorliegenden Daten gehen davon aus, dass die anteilige Umweltbelastung durch Dentalquecksilber auf der Erde nur ca. 0,1 bis 0,7 Prozent der Gesamtbelastung mit Quecksilber ausmacht. Dagegen liegt beispielsweise die Umweltbelastung durch Quecksilber, das in vielen Entwicklungsländern bei der Goldgewinnung eingesetzt wird, voraussichtlich in einem zweistelligen Prozentbereich. Folgerichtig müsste eher Gold als Amalgam verboten werden."

Nachwort
Soweit ein bisschen Historie, Amalgam-Diskussion aus der Wissenschaft. Ich nehme an, dass die Diskussion um den Stoff sicher noch weiter geführt wird. Was gestern galt, ist heute überholt. Und was heute gilt, ist vielleicht morgen … Wer weiß dies schon? Eine Diskussion sollte nur rein sachlich, faktisch geführt werden. Ohne Emotionen und Polemik. Was noch zu erwähnen wäre: Ich bin kein Zahnmediziner, ich greife lediglich auf Informationen zu, bei denen ich die Quellen für „einigermaßen“ zuverlässig halte. Nicht mehr – und nicht weniger.

Was bleibt nun dem Patienten? Nun, Jeder sollte sich daher, sofern er mal davon betroffen ist, sein wird, sich mit seinem Zahnarzt beraten. Zu entscheiden hat dann letztlich jeder für sich selbst.
Ich wünsche daher allzeit Guten Biss – Leines

Quellen: Universität Freiburg; TU München; Münchner Klinikum rechts der Isar; Universität Greifswald; 97. FDI-Welt-Zahnärztekongress Singapur;

IconKommentare

Gesperrtes Mitglied
Gesperrtes Mitglied24.11.2009 11:24
Ü 50:-)

Haben die meisten eh nur noch Kronen oder Gebiß:-)))
Ich habe eigene und das Amalgan wurde mal entfernt.
Aber es gibt sogar Deutsche mit schönem Gold im Mund... schaut finde ich, grauslig aus, genauso wie die blitzweißen Akuratgebisse alaNaddel.

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 13:48
Meine Zähne sind

von Natur aus sehr weiß und die Füllungen wurden daher aus Kunststoff gemacht, weil das Amalgam bei den 2 Zähnen sonst durchgeschimmert hätte.
Ob nun der Kunststoff schädlich ist, wirft eine neue Frage auf.

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 13:51
vor 10 Jahren

hab ich mir das Amalgam rausmachen lassen..... heut gehts mir auch nicht besser
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 17:36
Parodontose

Ich gehöre zu den menschen die dann doch noch ihre eigenen Beißerchen haben und am 10.12 habe ich eine 90 minütige Parodontosebehandlung :-((( Ich habe Angst wie Hacke. Hat die schon hier einer gemacht ?
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 17:41
Angst

Anna ist nicht schlimm, tut nicht so weh wie eine Geburt ;-)
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 17:59
Paratontose

@Anna Frröschli ...
Anna sei kein Frosch, Du untertreibst ja nur gehörig: NUR 90 Minuten? Sind es nicht 6 bis 8 Stunden ? *lach* ;-))))

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 18:04
???

bei mir steht 90 Minuten .......dauert das denn noch länger ?
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 18:29
Paradontosebehandlung

wird meines Wissens in 4 Sitzungen gemacht... jeder Kieferquadrant einzeln...
das schmerzhafteste sind die Anästhesiespritzen...

keine Sorge ist einfacher als extrahieren!

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 19:15
Toll

und warum macht meine Zahnärztin in einem Rutsch ???? *grübel*
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied24.11.2009 20:48
Paradontose

@Anna Fröschli - Toll...

War bei mir auf zwei Termine aufgeteilt. Nach meiner Meinung insgesamt aber weniger als 90 Minuten *lach* Wenn´s in die Zahntaschen an den Zahnhälsen geht (wat mut dat mut), dann wird etwas betäubt. Nein, nicht mit dem Hammer ... Die Injektionen sind zu vernachlässigen. Einfach entspannen, gehen lassen... nach meinen Empfindungen ist der "Piks" überhaupt nicht schlimm.

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied25.11.2009 18:03
Zwergi,

wenn man vorher einen Drink (Anästhetikum) nimmt, geht das butterweich....und alles in der Praxis.., heute muß niemand mehr Schmerzen haben.
Zero
Zero 11.12.2009 11:14
Amalgam

Was der Prof. Meyer bezüglich Amalgam schreibt ist für mich einfach lächerlich und eine Milchmädchenrechnung.
Quecksilber soll wegen seiner Gefährlichkeit weltweit eingedämmt werden und er möchte es weltweit verbreiten und auch in solch bevölkerungsreichen Gegenden wie Asien verbreiten!!
Amalgam hat mich jedenfalls sehr krank gemacht und oft wird man gerade erst so richtig krank, wenn das Amalgam unsachgemäß, d.h. ohne den erforderlichen Dreifach-Schutz entfernt wird.
Dann bekommen viele Menschen zu einer schon chronischen Belastung noch eine akute hinzu und wundern sich, warum es ihnen durch die Amalgamentfernung nicht besser geht.

Hier ein sehr interessantes Interview mit Dr. Joachim Mutter mit Hintergründen, warum ein Amalgamverbot verhindert werden soll.

http://www.torstenengelbrecht.com/artikel_wissenschaft/Mutter_Interview_Amalgam_Teil1_CoMed_0408.pdf

http://www.torstenengelbrecht.com/artikel_wissenschaft/Mutter_Interview_Amalgam_Teil2_CoMed_0508.pdf



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