Der kopflose Reiter und der Wiedergänger - oder: " Eine Weihnacht auf Pellworm. "
Im Thema: Liebe
von: Petra Kallenbach
erstellt am: 19.12.2011
von: Petra Kallenbach
erstellt am: 19.12.2011
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Eine einsame Warft auf einer Insel und auf einmal ist nichts mehr wie es eben noch war. - Eine "halbwahre" Geschichte.- Doch jeder Mensch ist eine Geschichte, oder Teil einer Geschichte von irgendjemanden....
Der kopflose Reiter und der Wiedergänger- oder: "Eine Weihnacht auf Pellworm".Es war einer dieser unwirtlichen, stürmischen Regentage im Hamburger Herbst. Am Fischmarkt war "Landunter" und wer eben konnte, der blieb zuhause und machte es sich gemütlich.
Gerade hatte ich das Kaffeewasser aufgesetzt, als das Telefon schrillte. - "Jaja, ich komme ja schon", murmelte ich unwillig vor mich hin und nahm den Hörer ab. "Ah... moinmoin, na wie lange brauchst Du denn zum Telefon?", dröhnte eine bekannte Stimme. Es war mein alter Freund Hinnerkaus Pellworm. - "Lütte", kannst Du über Weihnachten auf meiner Warft einhüten? Na, du weißt schon, Tiere versorgen, u.s.w... - Ich möchte über Weihnachten mit dem Landbauernverein nach Irland verreisen, eine einmalige Gelegenheit". - Ja, ich wusste schon, denn es war nicht das erste Mal. - "Nichts spricht dagegen, Hinnerk", entgegenete ich". "Mein Sohn ist über Weihnachten in Berlin bei seiner Freundin und Besuch bekomme ich nicht."
Nein, keinen Besuch..., dachte ich etwas bedrückt. Gustl, mein Freund aus dem Allgäu und tief verwurzelt in seiner Heimat, war nicht bereit gewesen Weihnachten in Hamburg zu feiern, was ja schon fast Ausland war. Er besaß ein Kleinunternehmen und wir führten nun schon eine ganze Weile eine Fernbeziehung. - Ja..., seufz... - ein bayrisches Urgestein und ein Nordlicht, das gab so manche Tuirbulenz.
Am Morgen des 23. Dezember packte ich also meine Hündin ins Auto und fuhr bepackt mit so allerlei in Richtung Husum/ Nordstrand. In Strucklahnunghörn nahm ich dann die Fähre und war gegen Mittag auf der Insel.
Ein traumhafter Anblick erwartete mich.- Pellworm im Winter, einfach traumhaft. Schneebedeckte Deiche und Reetdachhäuser mit weihnachtlich geschmückten und dekorierten Fenstern, leuchtende Tannenbäume davor. Ansonsten alles watteweich und weiß. - " Win-ter-won-der-land....", summte ich vergnügt vor mich hin. Ich wollte noch zwei Bleche Weinachtsplätzchen backen und kaufte die Zutaten in einem der beiden kleinen Lebensmittelmärkte der Insel ein. Die Lammfrikadellen nach dem eigenen Geheimrezept des Schlachters waren legendär und ich kaufte gleich fünf davon. -Was sollte ich Heiligabend essen? - Vielleicht gab es noch Krabben. Die gibt es immer in den Monaten, welche m R enden. - Es gibt sie hier beim Taucher, welcher nachts mit dem Kutter rausfährt und seine Netze auswirft. Ich hatte Glück, es gab noch welche, womit ich mich dann reichlich eindeckte. Im "Krabbenpuhlen" war ich gut. Vor Jahren hatte ich sogar einmal bei der Inselmeisterschaft zum Ärger der Einheimischen den zweiten Platz belegt. -Das Krabbenpuhlen macht mit mehreren Leuten erst richtig Spaß. Tja, Gustav, mein Lieber... dachte ich, auch das entgeht dir und viele andere Dinge, die auch zu zweit schön sind.
Dann fuhr ich weiter in Richtung Schutzstation Wattenmeer zum anderen Ende der Insel, wo es kaum noch Häuser gab. Inzwischen war etwas Sturm aufgekommen, er fegte den pudrigen Schnee über die karge Landstraße. Schon von weitem sah ich auf dem Hügel Hinnerks kleine Warft. Welch vertrauter, lieber Anblick. Ich wußte ja, was zutun war: Schafe zählen jeden Tag. Wenn eins fehlte, dann musste es gesucht werden, es könnte ja verletzt irgendwo liegen, dann musste die Schutzstation Wattenmehr verständigt werden und der Tierarzt. Hühner und Graugänse füttern, Eier einsammeln und die Pferde versorgen.
Es schneite noch immer dicke Flocken, als ich in die Einfahrt fuhr. Der Schlüssel würde wie immer auf der Konsole im Pferdestall liegen, dort wo auch die Inselkutschen standen.- Auf Pellworm haben die meisten alten Friesenhäuser vier Eingänge. Warum? - Damit "De DÜwel" (der Teufel) verwirrt ist und nicht gleich den richtigen Eingang findet. Ich wohnte immer in der rechten Haushälfte, welches im Sommer eine Ferienwohnung war.Frierend schloss ich die Tür auf. Na sowas..., Hinnerk hatte sogar einen kleinen Tannenbaum besorgt, der nur noch zu schmücken war. Auf dem Tisch stand eine Flasche "De geele Köm", eine Art hochprozentiger Teelikör, in ganz Friesland eine Spezialität. Hmmm...., lecker.
Ich sah aus dem Fenster. So still und so sauber ist es hier. Ganz anders als in der Stadt. - Und Gustl konnte mich mal..., sollten ihn doch die Perchten holen, die in den Raunächten unterwegs waren. Nach altem bayrischen Brauch, wo sich Spaß und Mystik verbinden, zogen sie kettenrasselnd mit ihren Holzmasken mit den gedrehten Hörnern und ihren lautenTrommeln rumorend durch die Gegend um die Mensche zu erschrecken.- Am besten sollte den Gustav gleich Frau Perchta, die Frau von Wotan dem Wettergott persönlich holen und auch über Neujahr behalten. - Alleine kann es auch gemütlich sein, dachte und ärgerte mich, das ich schon wieder an meinen Freund dachte. - So, mein Handy stelle ich aus! - Wer sollte auch schon vor morgen am Nachmittag anrufen?
Ich feuerte den Kaminofen an und bald zog eine wohlige Wärme durch das Haus. Im Flur stand seit Jahren meine "Stammtruhe", für die nur ich den Schlüssel hatte, mit meinen persönlichen Sachen und der wetterfesten Kleidung, die ich nur hier trug. - Ich sah hinein. -Mist, nicht ein einziges Buch, das ich noch nicht kannte. Meinen Islandkrimi hatte ich ärgerlicherweise zuhause vergessen. Jetzt noch zur "Bücherkiste" zu fahren hatte bei dem Wetter keinen Zweck. - Ich schlenderte unwillig zum Bücherregal im Wohnzimmer. Naja..., nicht gerade mein Geschmack. - Aber hier..., das könnte interessant sein: Sagen aus Pellworm um die Jahrhundertwende.
Es dunkelte schon und inzwischen war wirklich fast alles zugeschneit. Es gab auf dem Warftgelände keine Ecken und Schärfen mehr, allerdings auch kein Licht. Ich schloss die Fensterläden. Die Kekse waren schnell gebacken udn ein Weihnachtsduft von Vanillekipferln und Lebkuchen durchzog das Haus. Tja Gustl, welch ein Pech für dich..., wo du so gerne nascht. - Ihn anrufen? Nein, auch ich hatte meinen Stolz. - Doch Hinnerk würde sich freuen, wenn er bei seiner Rückkehr noch Weinnachtsgebäck hier vorfand.
Ich ließ mich auf dem mit Lammfellen bedeckten Sofa nieder, schenkte mir Friesentee mit Kluntjes ein und gab einen ordentlichen Schluck "De geele Köm" dazu. - Die erste Sage in dem Buch handelte von einem reichen Salzkaufman aus Pellworm, welcher seine Tochter in die Wand der Waschküche eingemauert haben soll, damit sie keinen Mann vom Festland heiratete. Seitdem soll diese Wand nie wieder weiß zu streichen gewesen sein, immer kam als Schatten die Silhouette der Frau wieder durch. Huch..., wie gruselig. Ich blätterte weiter. - Und gerade als in der nächsten Geschichte der kopflose Reiter den Deich entlang ritt, vernahm ich plötzlich von draußen ein Klopfen.- Ich erschrak gehörig. Nicht doch, das konnte nicht sein... - Sicher ein vom Schnee zu schwer gewordener herabfallender Ast, oder ein klappernder Fensterladen... Hier war weit und breit keine Menschenseele, wer sollte das sein? Ich schielte zum Teepunsch und nahm einen großen Schluck. Das machte es auch nicht besser. Es war schon 23:00 und ich beschloss ich schlafen zu gehen. Wieder vernahm ich soetwas wie ein Scharren oder Schleifen. das könne nur am Kööm liegen mutmaßte ich, ließ aber vorsichtshablber die Nachttischlampe an. Meine Hündin Luna lag gemütlich zusammengerollta am Fußende und schnorchelte vor sich hin. Toller Wachhund, dachte ich! Auch ich schlief bald ein. Morgen ist Weihnachten..., dachte ich.
Ein paar Stunden später riss mich ein Knall von oben jäh aus dem Schlaf. Gleich darauf ein Rascheln und so etwas wie ein leises Knurren. "Der kopflose Reiter..., murmelte ich schlaftrunken vor mich hin." Quatsch !", rief ich mich zur Ordnung . - Na,Contenance..., Haltung bewahren! - Da oben ist nur der Heuboden mit den Strohballen, ausrangierten Möbeln und andere Gegenständen, sonst n i c h t s. - Vielleicht Eulen oder ein Marder, dachte ich. Und wenn nicht? - Wen sollte ich zur Hilfe rufen. Der alte Polizist war vor drei Jahren in Pension gegengen und man hatte ihn nicht wieder ersetzt, weil die Kriminalitätsrate hier unter 1% war. - Doch im Flur gab es eine Deckenklappe mit einer Art ausziehbarer Leiter zum Boden. Ich stand auf, zog den dicken Norwegerlpullover über mein seidiges Neglige. Dann schlüpfte ich in meine dicken Wollsocken. Ich nahm die Taschenlampe und stieg vorsichtig die wackelige Leiter hinauf. Noch nicht ganz oben angekommen vernahm ich ein leises Röcheln. Vorsichtig leuchtete ich herum. - Da lag etwas! Daaa ... , zwischen den Stroballen, ein mit irgendetwas gefüllter Sack. Und bestimmt nicht der der von Knecht Ruprecht, der sich in der Nacht nach Pellwormverlaufen hatte. Eiskalte Schauer liefen mir über den Rücken, mein Blutdruck stieg merklich an. - Eine Leiche!!! - Oder noch schlimmer: Ein "Wiedergänger"! Das waren die im Meer Ertrunkenen, deren Seelen keine Ruhe fanden.Ein sogenannter "Huckup", wie die Insulaner sagen. In manchen Nächten wanderten sie umher und sannen auf Rache für das Unrecht, das ihnen geschehen war.- Ich sah mich um und erblickte zwischen Strohballen, alten Möbeln, Geschirr und anderen Utensilien aus vergangener Zeit eine Heugabel oder Forke. Mit ihr bewaffnet pirschte ich mich näher an das "Etwas" heran. Gerde erhob ich den Arm und wollte zustechen, als Leben in in den "Sack" kam. Etwas ragte dort oben heraus. Ein Schopf mit einer Frisur wie ein geplatztes Sofakissen.- Mit der Taschenlampe leuchtete ich die Kreatur an und dann traf mich fast der Schlag. " Mein Gott, Gustl !!! ", kreischte ich entsetzt. "Was um machst du denn hier???" - Keine Antwort..., denn sprechen konnte er nicht. Dazu musste ich ihn erstmal unten in der Badewanne auftauen.
Ich bereitete noch einmal Teepunsch zu und dann erzählte er mir von warmen Lammfellen umhüllt, die ganze Geschichte: Er hatte plötzlich Sehnsucht bekommen und wollte mich Weihnachten doch nicht alleine lassen. Dann sei er ganz spontan bei geradezu fürchterlichen Wetterverhältnissen die fast 800 km von Unterwiesenbach bis zur Nordseefähre gefahren, das Auto hätte er auf dem Deichparkplatz am Fähranleger stehen lassen. Da er der letzte Passagier war hatte der alte Fährmann Petersen ihn nach Feierabend mitgenommen und in der Nähe der Warft abgesetzt. Unterwegs hätte er dauernd versucht mich anzurufen, aber auf meinem Handy hätte ich mich nicht gemeldet. - Hier angekommen sei alles verriegelt und verrammelt gewesen, die Fensterläden fest geschlossen. Nur an der Hauswand habe eine marode Leiter in Richtung einer halboffenen Speichertür im Dachfirst gelehnt. Vor der eisigen Kälte flüchtend sei ihm keine andere Wahl geblieben, als auf den Heuboden zu steigen und dort nach einem warmen Platz zu suchen. Vor Erschöpfung und Müdigkeit sei er dann in den Sack gekrochen und auf die Helligkeit des nächsten Tages hoffend, eingeschlafen. Er sei erst aufgewacht, als ich ihn zu guter Letzt fast mit einer Art Schaufel erschlagen, bez. mit einer Mistgabel aufgespießt hätte.
" Gustl, mein Gusteli...., du armer Kerl". Ich nahm ihmn in den Arm und bedeckte sein Gesicht mit Küssen. "Ich verspreche es ganz fest, nächstet Jahr wird Weihnachetn im Allgäu gefeiert". Dann gingen wir ins Bett und sah nach, ob nicht doch etwas wichtiges abgefroren war. Aber es war noch alles dran.
Als ich später noch einmal den Fensterladen öffnete, zauberte das Licht des vollen Mondes wunderbare Reflexe auf die schneebedeckte Insel und ein stiller Weihnachtsfrieden durchzog die Nacht.
Es wurde ein wundervolles Weihnachtsfest voller Romantik, Leidenschaft und Nähe. Eine Weihnacht auf der Insel Pellworm....
(Ähnlichkeiten mit in Nordfriesland oder Bayern lebenden Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt, grins... )
Kommentarejim beam19.12.2011 19:52
zu
Ich werd nicht mehr...laaaaaacht.
Frohe Feiertage und einen guten *Rutsch* ins 2012
wünsche ich dir von ganzem Herzen...
Schicke dir ein paar Zimtwaffeln und Buttergebäck nach.
bist doch soooooo duenn, fast mager.
Petra hat keine Probleme mit der Huefte...*smile*
Vorne buschig und hinten duenn....
Ist das dann ein Windhund??
So windig wie jim beam...
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˛ . (´• ̮•)*. 。*/♫.♫\*˛.* ˛ _Π_____*˚°。*。°*❤*˚°。°*。°*★
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★*˚°。°*。°*。★ MERRY CHRISTMAS!!! ★Herzensgrüße ♥.......
für so viel nette Worte. - Jim Beam ein Windhund.... , soso.... - Hab ich gerade J.B zu Weihnachten bekommen von Freunden. - Jetzt muss ich erst mal austesten, wie ich solche starken Kaliber vertrage. Mal schauen, ob die nich gefährlich sind... und einen in Grund und Boden befördern?...... wo man dann völlig willenlos ist...? :)
Nordische Grüße aus`m Nieselregen von -
P E T R A
aber zuviel Nässe ist auch nicht unbedingt gesund, wobei wir wieder bei dem Jim beam wären....lol...
Trinke ihn auf Eis und es ist wie mit Allem:
in Maßen genossen ist es ein Vergnügen,
in Mengen wird es zur Sucht.....lol...
Völlig willenlos? Auweia!
DAS ist nicht gut für Frau
Grüße aus der verregneten Stadt
V A L E R I E
Ich bin eine junge schöne Mädchen mit voller Liebe, Fürsorge und romantisch.
Ich war beeindruckt, als ich sah Ihr Profil in und i love it? Antwort mich durch diese meine E-Mail-Adresse
stephanielove002@hotmail.com
und ich zeige Ihnen mein Bild dann werden Sie wissen mehr über mich. Bitte kontaktieren Sie mich direkt an meine E-Mail-Adresse
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so dass ich genug Platz habe, um mein Bild anhängen und schicken es Ihnen von dort aus werden Sie wissen mehr über mich.
Alter und Sprache spielt keine Rolle, sondern die Liebe Fragen im Leben.
Warten auf Ihre Antwort auf meine E-Mail-Adresse bald.
Mit freundlichen Liebe Stephanie







