Die Blumenspende
Im Thema: Kultur
von: Rolf Pfahlmann
erstellt am: 14.05.2011
von: Rolf Pfahlmann
erstellt am: 14.05.2011
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Im Urlaub treffen sich oft gleichgesinnte Gemüter, und nicht selten werden daraus lebenslange Freundschaften. So ist es auch bei mir gewesen. Und mein neuer Freund erzählte mir aus seinem Arbeitsleben:
"Ich arbeite als Amtsleiter in einem Schulamt. In den letzten Ferien gab es besonders viel zu tun. Deswegen mußte ich regelmäßig Überstunden machen.
Eines Tages erschien in meinem Büro ein aufgebrachtes Elternpaar. Auf dem Zeugnis ihres Sohnes war sein Verhalten mit 'ungenügend' bewertet worden. Ich sollte diese Note ändern. Zunächst war ich nicht der richtige Ansprechpartner für dieses Problem. Ich wollte den Eltern klarmachen, dass sie sich zuerst an den Schulleiter wenden müßten. Außerdem kam mir die vielen Akten in den Sinn, die ich noch bis zum Feierabend bearbeiten mußte. Doch das Ehepaar fuhr fort, auf mich einzureden. Ich wurde immer gereizter.
Meine Haltung änderte sich, als mir in den Sinn kam, was ich mir heute morgen vorgenommen hatte: Heute jedem Menschen positiv und mit großer Aufmerksamkeit zu begegnen! So versuchte ich, ihnen gut zuzuhören und ihnen meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken.
Ich bot den Eltern an, Platz zu nehmen und mir zu erzählen, was geschehen war. Im Laufe des einstündigen Gesprächs rückten sie damit heraus, dass sie vor kurzem die Schule ihres Sohnes mit einer großzügigen Blumenspende beschenkt hatten. Die schlechte Bewertung des Verhaltens ihres Sohnes empfanden sie als persönliche Beleidigung.
Ich versuchte, den Eltern zu erklären, dass die Spende und das Verhalten ihres Sohnes nichts miteinander zu tun hätten. Außerdem bot ich ihnen an, ein klärendes Gespräch mit der Schulleitung zu vermitteln. So könnten wir gemeinsam überlegen, wie der Sohn seine Probleme in den Griff bekommen könne. Die beiden willigten ein und verließen verhältnismäßig zufrieden das Amt, nachdem sie mir gedankt hatten, dass ich so "mitfühlend" auf sie eingegangen wäre. H.F."




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