Die Hausschnecke
Zur Entspannung..., zum Wochenende.
Eine Hausschnecke,die sich bei der geringsten Berührung
in ihr Gehäuse zurückzieht,
und lautlos ihre Pforte schließt.
Ihrer Haltung entsprechend,
geschützt und verborgen.
Angst und Schwäche vermutend,
lässt man zunächst von ihr ab.
Den gedehnten Muskel verbergend,
angespanntes Fleisch das Schleim erzeugt ,
um im Mauerwerk der eigenen Wände...
sich nicht Wund zu reiben.
Spannungsgeladen wie die Spiralfeder eines Kugelschreibers
verharrt sie zunächst regungslos und abwartend,
hellwach und auf der Hut.
Den Energieverlust vermeidend, leises Atmen.
Nur ein einziger Druck mit den Fingern,
der die Architektur ihres Schlosses zermalmt..., genügt,
um von der Spannkraft des Muskels getroffen,
und in der Wässrigkeit des Schleims...,
erstickt zu werden.
Nacktschnecken haben dies nicht nötig
... sagen die einen,
Hausschnecken auch nicht -
... die anderen.
© Peter Braun
Foto: eigenes Bild
KommentareEine schützende Höhle, die Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.
Eine Zeitlang aber nur, dann vermissen wir etwas.
Wenn die Seele eingesperrt ist, wird das Haus zum Gefängniss.
Dann beginnt die Suche nach dem eigenen Vertrauen.
Deine Worte habe ich zweimal gelesen.
Wie passend ist da die Geschichte meiner Tochter, die als kleines Mädchen eine Nacktschnecke als Mutprobe geküsst hat. Ich möchte nicht wissen, wie groß die Mutprobe für die Schnecke war :-))
*****
da hat sich die Schnecke aber was getraut..., sehr nette Begebenheit mit der Mutprobe deiner Tochter.
Lieben Gruß
Peter
Sie lebt zwar frei, ungebunden aber ungeschützt.Doch man fasst sie nicht an,scheut die Berührung ihrer glatten, klitschigen Oberfläche.
Sie bleibt einsam. Wie schnell wird sie Opfer der Verachtung und des Hasses.
Die Hausschnecke ist empfindsam, ängstlich zieht sie sich bei Gefahr zurück, verharrt in ihrem Schutz, streckt langsam die Fühler aus und ertastet sich vorsichtig und bedächtig wieder ihren Weg. Trotz dieser vermeintlichen Schwäche nähert man sich ihr, betrachtet sie mit Interesse, hebt sie sogar auf und bringt sie bei Gefahr in Sicherheit.
Feigheit ist also der bessere Teil der demonstrierten Tapferkeit...
Die Schnecke in einer noch anderen Sichtweise...
Langsam geht die Schnecke, fast lautlos, aber beharrlich und stetig.
Sie kriecht an der Spitze der Bedächtigen, sie überstürzt nichts.
Zeit ihres Lebens hat sie Zeit zum Leben.
Die Schnecke ist der stille Protest gegen den Gott der Geschwindigkeit,
gegen alle Hektik und Hast, den viel zu schnellen Fortschritt.
Die Ruhe der Schnecke ist niemals Faulheit oder Bequemlichkeit,
sondern Ausdruck von Bedacht und Besinnung.
Die Schnecke ist langsam, klein und weich.
Und gerade das ist in unserer heutigen Gesellschaft nicht gefragt.
Schnelligkeit, Größe und Härte sind in !
Darum sagen wir, wenn wir jemanden klein gemacht,
überholt oder zum Rückzug gezwungen haben...
dass wir ihn " zur Schnecke gemacht " haben...!
Doch von der Schnecke können wir Eiligen und Gierigen
eine ganz neue Gangart lernen.
Wir haben zwar die Geschwindigkeit ins Atemberaubende gesteigert,
aber darüber hinaus den Atem des Lebens
und die Zeit zum Leben verloren,
wir haben die Mitte des Lebens aus den Augen verloren...
Die andere Art der Schnecke hat fünf Gänge,
die wir wieder lernen könnten:
Gemach, gemach...langsamer werden !
Dran bleiben...beharrlich sein !
Besinnen vor Beginnen...bedächtig gehen !
Die Fühler ausstrecken...empfindlich werden !
Unterwegs und immer zu Haus...behaust sein !
LG.Briggi








damit Du in Dir den Ort entdeckst
an dem Himmel und Erde sich berühren.
Du selbst wohnst in Dir
bereitest Deine eigene Wohnung
in der Du gerne wohnst
in der Du Gefallen findest
an Dir und Deinem Leben
und an den Menschen, die Dich begleiten.
Nehme Dich an. Liebe Dich selbst
und Ängste werden verblassen.
© Carl Rainman 10/2008