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Gesundheit

Ein Samstag bei den Orthopäden in der Charité


Im Thema: Gesundheit
von: Henry Ullmann
erstellt am: 28.05.2011

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411 mal gelesen


Ich hatte von meiner Rheumatologin eine Einladung bekommen, über meine Erkrankung an Morbus Bechterew zu berichten

Der Samstag nahte und ich überlegte schon am Freitag, wie ich am besten und vor allem pünktlich in die Charité komme. Nichts wäre schlimmer für mich, bei so einem Termin unpünktlich zu erscheinen. Deshalb schlief ich relativ schlecht in der Nacht, 10.00 Uhr sollte es losgehen, meine Ärztin sagte mir aber, es wäre gut wenn ich ca. 20 Minuten vorher da sein könnte. Sie gab mir auch zu bedenken, dass der Zugang zur Tagesklinik am Samstag nicht über die Poliklinik erfolgen kann, wahrscheinlich muss ich über das Hochhaus gehen. Da habe ich keine Not, die Charité stellt für mich nicht, wie für andere, ein Labyrinth dar, dazu bin ich viel zu oft hier.
Da heute Schienenersatzverkehr mit Bussen bis nach Grünau ist und es von Schöneweide auch nicht problemlos mit der S – Bahn in die Innenstadt geht, rechnete ich mit ca. 1 ½ Stunden Fahrzeit, plus 15 Minuten Fußweg bis zu Charité. Ich richtete es mir so ein, dass ich 7.30 Uhr mit dem Bus hier von der Grünbergallee losfuhr, bis Grünau, von dort mit der S – Bahn nach Schöneweide, dann mit der Tram zur U – Bahn Station Tierpark. Von hier nutzte ich die U – Bahn bis zum Alexanderplatz und von dort mit der S – Bahn zur Friedrichstraße. Es ist schon eine Odyssee, aber nun hatte ich auf dem Bahnhof Friedrichstraße noch so viel Zeit, dass ich mir einen Kaffee und ein Croissant leisten konnte. Auf den Weg bis zur Charité dürfte nichts mehr schief gehen.
Als ich eintraf, war meine Frau Doktor noch nicht da, aber es herrschte schon reger Betrieb, einige bekannte Gesichter sah ich auch, hauptsächlich waren es Leute die sich um das Catering kümmerten.
Ich konnte schon erkennen, es ist ein Stationsbetrieb, der wechselseitig von den Orthopäden frequentiert wird. Meine Ärztin erklärte mir kurz um was es geht, sie sagte mir, dass sie in Vorbereitung der Veranstaltung meine Akte (10 cm dick) von 2002 bis heute, noch einmal durchgearbeitet hat. Ich wollte es nicht glauben, aber es stimmte, denn die Fakten die sie später ausführte kann man nur wissen, wenn man die Akte durchgearbeitet hat. Ich war erstaunt, so viel Arbeit wegen mir, ich hatte sowieso das Gefühl, dass ich seit Jahren wirklich nicht nur untersucht werde. Man macht sich ernsthaft Gedanken um mich. Mir kam die Aufgabe zur Einleitung, meine Geschichte zu erzählen, oder besser meine Erfahrungen zu vermitteln, anschließend hat die Ärztin, ihre Ausführungen gemacht, mittels Beamer, eine CD gezeigt, das lässt wirklich den Schluss zu, sie hat sich intensiv mit mir beschäftigt. Hauptsächlich ging es um das Thema „TNF – alpha – Blocker“ die ja nicht nur beim Morbus Bechterew angewandt werden, eine besondere Rolle spielt der Krebs dabei. Sie sagte auch wie man bei mir ein künftiges „malignes Melanom“ ausschließen will, nach 6 Monaten ist die Gefahr wohl am Höchsten, durch ein engmaschiges Screening soll das Risiko miniert werden. Sie erzählte den Orthopäden auch die Probleme mit dem Tuberkulin Test bei mir, und das ihr beim negative Ergebnis des Quantiferon – Test ein Stein vom Herzen gefallen ist. Ich glaube wir haben uns gut ergänzt, ich könnte mir gut vorstellen, wieder so etwas zu machen. Natürlich wurden an die Ärztin, aber auch an mich viele Fragen gestellt, das ging so weit, dass Zeit nicht ausreichte und die nächsten schon vor der Tür standen. Eine Pause gab es auch, wo Getränke und Snacks gereicht wurden, einige Orthopäden vertieften das Gespräch mit mir.
Gegen 13.30 Uhr war die Veranstaltung beendet, ich bekam mein 40 Euro, konnte mich noch eine ganze Weile mit der Ärztin unterhalten und einige mich interessierende Fragen stellen. Dass sie meine Akte wirklich gelesen hat, zeigte auch, die selbstkritische Darlegung im Gespräch mit den Orthopäden, ihr ist beim Studium meiner Unterlagen aufgefallen, dass noch nie eine Knochendichtemessung bei mir gemacht wurde. Ein Fehler der nun beim nächsten Termin nachgeholt werden soll.
Nachhause bin ich mit dem Regionalexpress nach Schönefeld gefahren, Lust auf die City noch etwas zu unternehmen hatte ich nicht, für einen Besuch beim Ben Sherman Store hat es aber noch gereicht. Es ist schon ungewöhnlich für mich, wie ich dort begrüßt werde. Man bietet mir Getränke an, man kennt mich, auch wenn ich nichts kaufe, bin ich gern gesehen. Vielleicht weil ich ein „MOD“ bin und mich dazu bekenne, aber nichts mit den PUNKS am Hut habe.

IconKommentare

jim beam
jim beam29.05.2011 19:20
wens

interessiert
isolde bauer
isolde bauer30.05.2011 23:07
Schönau,Grünau...

Stadtteile von Leipzig.Und in Berlin auch?
Was passiert nach der Knochendichtemessung?Operative geradebiegen der Wirbelsäule?
Dann mal gute Besserung.
lg.isi


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