Jetzt Mitglied werden: kostenlos registrieren
Wie funktioniert das Silbernetzwerk?
Bundeslandspecial Hamburg

Icon ARTIKEL
Hobby & Freizeit

Ein Wochenende mit meinen Jungs


Im Thema: Hobby & Freizeit
von: Hans Schmitt
erstellt am: 12.07.2010

4 Bewertungen: (ø 2)
  • 1 |
  • 2 |
  • 3 |
  • 4 |
  • 5 |
283 mal gelesen


Wenn meine Enkel übers Wochenende zu Besuch sind, werde ich mit allerlei Neuigkeiten, technischen Wunderwerken und einer merkwürigen Sprache konfrontiert. Für mich ist das allerdings keineswegs anstrengend, sondern immer eine große Bereicherung. Ein Erfah

"Hey Opa, kennst Du schon mein neuestes App? Damit kann ich mir die Zugverbindung von Düsseldorf nach Hause anzeigen lassen."

Ich verstehe erstmal nur Bahnhof. Na ja, irgendwie hat Tim das ja auch gemeint, oder? Zumindest von Zügen war die Rede. Aber was ist ein App? Verwirrung. Das passiert häufig, wenn meine beiden Enkel Tim und Kevin am Wochenende zu mir kommen. Ich hole die zwei Jungs dann immer am Düsseldorfer HbF ab und wir verbringen gemeinsam das Ende der Woche. Für ihre Eltern ist das immer eine gute Gelegenheit, um abzuschalten.

Gerade aus dem Zug ausgestiegen, zeigt mir Tim also seine neueste technische Errungenschaft, sein iPhone. Das sogenannte "App" ist ein kleines Zusatzprogramm für dieses Handy und er demonstriert mir, wie man es bedient. Tatsächlich zeigt es nach kurzer Zeit die ICE-Strecke von Düsseldorf nach Kassel an. Beeindruckend und praktisch, denke ich. Wir fahren los. Unser Wochenende beginnt meistens mit einer leckeren Pizza und dem Besuch der Düsseldorfer Altstadt. Tim und Kevin dürfen sich dann jeweils etwas in der Stadt aussuchen, der Opa darf verwöhnen.

Zu Hause sitzen wir drei oft an meinem PC und die Jungs zeigen mir die Neuigkeiten im virtuellen Netz. Dieses Mal steht Paul ganz oben auf der Liste. Paul ist ein Kraken, der im Tierpark Oberhausen immer die richtigen Fußballergebnisse voraussagt. Mehr fasziniert von dem Meeresbewohner als von seinen hellseherischen Fähigkeiten, schaue ich mir bei Youtube seine Tipps an. "Immerhin Platz Drei!" kommentiert Kevin die Wahl der deutschen Muschel, die Paul genüßlich in seinem Tintenfischmaul verschwinden lässt. Der achtbeinige Hellseher sollte Recht behalten, die deutsche Nationalmannschaft erspielt sich gegen Uruguay die Bronzemedaille.

Fußball verbindet uns drei sehr stark. Hier kann ich vor allen mal Dingen mitreden. Ich nehme die zwei Jungs gerne mit zur Fortuna und erzähle von Auf- und Abstiegen, Nationalspielern und dem Frust, den einen manchmal überkommt. Aber meine Fortuna hat dieses Jahr stark gespielt, ich bin sehr zufrieden. Spielen wollen die Jungs auch noch, aber kein Fußball, sondern Poker. Das wiederrum kenne ich nicht. "Ach, die Pokerregeln sind ganz leicht. Schau mal bei www.pokerschule.de rein, da lernst Du alles.", versichert mir Tim. Also gucken wir uns gemeinsam die Anfängeranimation der Seite an. Es genügt tatsächlich, um den Ablauf zu verstehen. Poker lernen und spielen ist allerdings ganz anders als Skat. Trotzdem macht es eine Menge Spaß, denn Du weißt nie, welche Karten noch kommen und ob sich das Blatt noch mal wendet.

Mit vielen Gedanken an Apps, Krake Paul und Poker gehe ich ins Bett. Vor dem Einschlafen wird mir bewusst, wie wichtig der Austausch zwischen mir und der Jugend ist. Ich kann viel Neues erlernen und erfahren. Auch die Angst, in fremde Welten einzutauchen, vergeht rasch, wenn man merkt, das die aktuelle Technik, das Internet oder die derzeit angesagten Spiele nicht unerreichbar sind. Auch wenn es in meinem Alter länger dauert, Dinge und Zusammenhänge zu verstehen, es geht und es bereichert Dein Leben ungemein. Außerdem findet immer ein Austausch statt, denn auch ich gebe meinen Enkeln viel mit auf den Weg. Erfahrung, Werte und Sicherheit seien hier angeführt.

Als die Rücklichter des Zuges in der Ferne verschwinden, gehe ich an die Anzeigetafel, um nachzuschauen, wann die Jungs in Kassel ankommen. Sofort fällt mir dieses iPhone ein. Hätte ich eins, könnte ich es auch dort nachschauen. Ich lache innerlich. Praktisch ist es, aber ist es auch notwendig? Schmunzelnd verlasse ich das Bahnhofsgebäude.
IconKommentare

Mo Nockel
Mo Nockel12.07.2010 21:07
ich denke ja -

daß es notwendig ist, sich mit neuen Techniken vertraut zu machen, bevor die Alten verschwinden. Wir wissen doch nicht, wie lange es noch Anzeigetafeln gibt.

Schöner "Generationenvertrag". Gern gelesen.


Mitglieder LogIn
Mitglieder LogIn:


Passwort vergessen?
shop
hilfe
videogruss
Jana Jovanovski-Lenrer, Kölnolaf a, wehrheim@@** @@, B.Uwe Tschanz, Gevelsberg
Der MaiBerühmtheit als „Geierwally“ Herr DoktorDie Geierwally und ihre Umgebung






hsnmedia GmbH - Werbe- und Internetagentur Hamburg