Eva aus dem Paradies
Im Thema: Kultur
von: Inaktives Mitglied
erstellt am: 24.06.2011

von: Inaktives Mitglied
erstellt am: 24.06.2011

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Ein Gespräch mit der ersten Frau der Welt.
A: Frau Eva wie ist Ihr Nachname?
E: Ich habe keinen.
A: Ich brauche aber einen.
E: Wozu?
A: Damit wir Sie registrieren können.
E: Ich heisse nur Eva.
A: Können Sie sich ausweisen?
E: Ich wurde schon ausgewiesen, und zwar aus dem Paradies.
A: Und warum hat man Sie ausgewiesen?
Weil Sie sich selbst nicht ausweisen konnten?
E: Nein, ich . . .
A: Keine Angst, das kann Ihnen bei uns demnächst nicht mehr passieren.
Die Praxis wird geändert.
E: Ich habe von einem Apfel gegessen . . .
A: . . . der vergiftet war? Davon hatte ich gehört. Ich war noch ein Kind.
Aber ich muss zugeben, ich dachte, es sei ein Märchen.
E: Der Apfel war nicht vergiftet, er war verboten.
A: Dann gilt im Paradies also doch der Islam?
E: Wie meinen Sie?
A: Waren da ganz viele verhüllte Jungfrauen?
E: Nein, da waren nur Adam und ich, und wir waren unverhüllt.
A: Na, Gott sei Dank. Und ich dachte schon . . .
E: Also der Apfel war von einem verbotenen Baum . . .
A: Sie haben gestohlen? Dafür können Sie bei uns demnächst auch ausgewiesen werden. Die Praxis wird geändert.
E: Darf man hier auch keine Äpfel essen?
A: Essen schon, nur nicht gegen Feuerbrand spritzen. Oder doch?
Ich weiss nicht mehr . . .
E: Sehen Sie, so ist es uns auch ergangen.
A: Wie?
E: Mit der Zeit hatten wir einfach vergessen, was verboten war.
Andreas: Bei uns ist es auch bald einfacher, sich zu merken,
was noch erlaubt ist.
E: Gilt bei Ihnen auch der Islam?
A: Jetzt, wo Sie es sagen, frage ich mich auch gerade . . .
E: Was ist denn bei Ihnen alles verboten?
A: Bei uns ist so viel verboten, dass mir jetzt ein Licht aufgeht,
warum das Paradies ein Paradies war.
E: Warum?
A: Na, weil es im Paradies nur ein einziges Verbot gab.
Deshalb gibt es vermutlich unter Sozialdemokraten so viele Atheisten und unter den Beamten so viele Sozialdemokraten.
Nur ein einziges Verbot – das muss für einen sozialdemokratischen Beamten die Hölle sein.
E: Vielleicht hätten wir im Paradies auch mehr Verbote gebraucht . . .
A: Sie meinen, wenn Gott ein Sozialdemokrat wäre, hätte er Sie daran hindern können, den Apfel zu essen?
E: Wieso nicht?
A: Ich kann Ihnen sagen, was passiert wäre, wenn Gott Sozialdemokrat wäre.
Um das Apfelverbot durchzusetzen, hätte er rund um den Apfelbaum überall Schilder angebracht, wo draufgestanden wäre «Rasen betreten verboten».
Dann hätte er in der ganzen Umgebung Polizisten postiert,
die nicht den Apfelbaum bewacht, sondern den fröhlichen Paradiesbewohnern auf dem Rasen saftige Bussen verteilt hätten . . .
E: Wir hatten kein Geld . . .
A: Die Sozialdemokraten hätten welches gedruckt, um es den Wählern wegzunehmen.
Sie würden es «Bewirtschaftung des Apfelverbots» nennen.
Es würde verboten, «Apfel» zu sagen oder auch nur zu denken. Sämtliche Paradiesbewohner würden aufgefordert, Mitbürger zu melden,
die gegen irgendeines der unterdessen zahlreichen Apfelverbote verstossen haben könnten.
Die Ersten würden aus dem Paradiese fliehen.
Um weitere Fluchten zu verhindern, würde Gott eine grosse Mauer um das Paradies ziehen und aber auch das Apfelverbot aufheben können, weil unter der staatlichen Misswirtschaft die Bäume sowieso keine Früchte mehr tragen würden.
Dafür gäbe es jetzt ein neues Verbot: das Paradies zu verlassen.
E: Und wo sind nun hier die Äpfel?
A: Im Thurgau, da können Sie so viele essen, wie Sie wollen.
E: Das ist ja das Paradies!
A: Der Thurgau?
Von Andreas Thiel
Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 52-53/09
Kommentarejim beam24.06.2011 21:43
eine CDU








