Ich dachte, mich trifft der Schlag
Meine Freundin erzählte mir eine 'haarsträubende' Geschichte; hat jemand von euch mal sowas ähnliches erlebt?
"Es gibt Tage, an denen gerät meine Zeitplanung völlig aus dem Ruder. Vor einigen Wochen was das wieder der Fall. Mein Mann hatte Geschäftspartner zum Abendessen eingeladen. Weil ich wußte, wie wichtig dieses Treffen für ihn war, bemühte ich mich, alles so gut es ging zu richten: Ich putzte die Wohnung, kochte ein besonderes Essen und bereitete eine ausgefallene Nachspeise vor. Aber es lief nicht so reibungslos, wie ich gedacht hatte. Die Kinder brauchten zwischendurch meine Hilfe, meine Schwiegermutter rief an und wollte einen Rat, die Nachbarin bat mich, kurz auf ihre Kinder aufzupassen. Das alles kostete viel Zeit. Ich merkte, wie ich immer unruhiger und gereizter wurde.
Fast hätte ich auch noch den Termin beim Friseur verpaßt. Eigentlich wollte ich nur meine Haare für den Abend in Ordnung bringen lassen, aber mein Friseur riet mir, auch die Haartönung aufzufrischen. Seit einige Jahren färbe ich meine Haare in einem hellen Grau. Ich willigte ein und er verteilte die Lösung in meinem Haar.
Als ich nach dem Auswaschen in den Spiegel schaute, dachte ich, mich trifft der Schlag: Statt grau waren meine Haare rosa geworden. "Das kriegen wir schon wieder in den Griff", versuchte der Friseur mich zu beruhigen. Ich schaute auf die Uhr. In Kürze sollten die Geschäftsfreunde meines Mannes eintreffen und ich saß mit verfärbten Haaren beim Friseur. Langsam überkam mich die Panik. Ehe ich mich versah, schmierte er mir eine andere Chemikalie ins Haar. Diesmal war das Ergebnis noch schlimmer: Das Haar war platinblond.
Ich stellte mir vor, wie ich mit der Farbe beim Abendessen aufkreuzen müßte. Am liebsten hätte ich laut losgeschimpft. Aber ich bemerkte, dass auch der Friseur nervös wurde. Zum Glück fiel mir das 'Wort des Lebens' des Monats ein: "Selig, die Frieden stiften." Im Kommentar dazu hatte ich gelesen, dass Humor oft ein gutes Mittel sei, um Spannungen zu entschärfen. Auch wenn mir zunächst nicht danach zumute war, begann ich, Witze über meine blondierten Haare zu machen. Irgendwann mußten wir beide herzlich lachen. Ich bemerkte, wie der Friseur ruhiger wurde, und auch bei mir löste sich der Groll langsam auf.
Nach einer weiteren Behandlung gelang es schließlich, meine Haare in ein dunkles Grau zu färben. Damit konnte ich leben. Obwohl ich erst im letzten Moment nach Hause kam, war ich innerlich ruhig. Das Abendessen wurde ein voller Erfolg, und niemand bemerkte, welche Strapazen ich zuvor durchgemacht hatte." M.M.
KommentareUte Sy07.11.2011 19:59
Lachen







