Immer aus dem Vollen gelebt.
Im Thema: Alter & Rente
von: Johanna Hijona H.
erstellt am: 18.03.2009
von: Johanna Hijona H.
erstellt am: 18.03.2009
15 Bewertungen: (ø 4.3)
374 mal gelesen
Er war selbständiger Handwerker Meister mit eigener Firma. Manch mal hatte er bis zu 10 Angestellte. Er war kein ausgesprochen, netter Chef, eben jemand der es geschafft hatte. Wie man so schön sagt.
Der Mann heiratete eine Frau die 13 Jahre älter war als er. Sie hatte eine Gastwirtschaft, die relativ gut ging. Ihre Kinder aus erster Ehe waren in der Pubertät und bestimmt nicht leicht zu bändigen. Sie mochten den Neuen ihrer Mutter nicht und ließen ihn das auch spüren.Da er nur um die zehn Jahre älter war als die Töchter, war er auch keine Vater Figur für sie.
Kurz und gut, sie machten sich das Leben gegenseitig zur Hölle. Es kam zum Eklat und die Mutter warf ihre beiden pubertirenden Mädl aus dem Haus. Die beiden nahmen sich jede ein Zimmer und waren zufrieden endlich Ruhe zu haben. Auch wenn sie nicht verstanden haben, dass die Mutter zu dem Mann gehalten hat, der die Mädchen immer nur schikaniert hat.
Zwischen zeitlich hat der Mann seinen Meister gemacht mit Hilfe seiner Frau, die ihn in dieser Zeit finanziell unterstützt hat.
Die beiden bauten ein Haus und machten viele Reisen. Sie waren beinahe jedes Wochenende unterwegs.
Die Büro Arbeit machte seine Frau, die ihr Lokal aufgab um in der Firma mit zu arbeiten.
Das ganze Finanzielle machte die Frau, er die Arbeit auf den Baustellen.
Manchmal schlug der Meister über die Stränge und ging in Bars und Nachtlokale. Denn als
Geschäftsmann muss man sich da ja sehen lassen.
Warum weiß ich auch nicht.
Die Ehe begann zu krieseln und war alles andere als glücklich. Trotzdem blieben sie zusammen. Das Haus konnten sie nicht halten, denn es wurde ja nicht gespart. Es wurde verkauft und sie blieben zur Miete in ihrem ehemaligen Eigenheim.
So vergingen viele Jahre und mit 74 Jahren starb die Frau.
Nach einem trauer Jahr heiratete der Mann wieder und hatte riesiges Glück mit seiner neuen Frau. Sie war vier Jahre jünger als er und sehr nett.
Auch in dieser Ehe wurde das Geld nur so zum Fenster raus geworfen. Mit Reisen und anderem Luxus, auf den der Mann nicht verzichten wollte.
Er war ein Konsument. Sehr zum Leidwesen der zweiten Frau. Denn das war wie gesagt eine ganz nette. Sie hatte nur zu schnell ja gesagt und ihn geheiratet. Ich glaube, sie hat es die letzten Jahre bereut, diesen Schritt gemacht zu haben.
Eines Tages kam der Mann ins Krankenhaus und als er wieder nach Hause kam war seine zweite Frau in der Wohnung gestorben.
Da sie eine einigermaßen gute Rente hatte, ging es ihnen zu ihren Lebzeiten noch ganz gut. Der Mann hatte als Selbständiger nur den mindest Satz an Alterversorgung ein bezahlt und hat
deshalb nur um die 400 Euro Rente.
Heute ist er ein ganz armes Schwein, das aus der Wohnung ausziehen musste, weil er die Miete nicht mehr bezahlen konnte.
Er hat im letzten Jahr noch mal einen Kredit über 8000 Euro aufgenommen, den er nun alleine zurück bezahlen muss. Die 60 % Rente von seiner verstorbenen Frau reichen ihm deshalb nicht zum Leben.
Heute haust er in seinem Wohnwagen, an einem See, in der nähe der Stadt.
Er kann kaum noch laufen und pisst sich fast täglich in die Hosen. Er merkt es nicht mal. Aber seinen Hochmut hat er immer noch.
Alle anderen sind blöd, nur er ist der große Meister der meint, dass alles nach seiner Pfeife tanzen soll. Nur klappt es halt nicht mehr.
Heute bereut er seinen großkotzigen Lebenswandel. Denn die Töchter seiner Frau sind heute viel reicher als er. Jede hat ihr Haus und eine intakte Familie. Und vor allem, haben sie keine Schulden. Es geht ihnen gut.
Eine der Töchter hat ihm schon sehr viel geholfen, weil sie wahrscheinlich das Helferlein Syndrom hat .
Wenn er Probleme hat, kommt er zu ihr und ihrem Mann. Er sitzt dann da wie ein Häufchen Elend.
Ob er manchmal nachdenkt, was er für ein Fiesling war, weiß ich nicht.
Aber es tut gut zu wissen,
"die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott noch in diesem Leben."
Kommentareurs. brun18.03.2009 22:27
Oh, Johanna
Ich frage mich allerdings, wie ich einen Menschen, den ich so sehr verachte, in meine Familie aufnehmen kann. Ist das vielleicht Deine Form von Rache?
LG Leni
ich glaube die mit dem helferlein syndrom bist du, helferleins können halt nicht anders.
lg susi
Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass man in jungen Jahren auf jeden Fall vorsorge tragen soll fürs Alter . Denn sonst, siehe oben.
Auf jeden Fall kann man froh sein, wenn man so einen Menschen wie Leny im Hintergrund hat.
Mit der Vorsorge fürs Alter ist das so eine Sache an sich. Niemand weiß in der heutigen Wirtschaftslage was Morgen ist und schon gar nicht was in 10 Jahren ist, aber man sollte es auf jeden Fall versuchen.
lg emi
Man sollte nicht Dinge die früher wahren beweinen, man es nicht rückgängig machen.
Gruß Anna
Ich hege weder Rachegefühle noch bin ich schadenfroh.
Mein Stiefvater und ich haben sehr guten Kontakt. Ich lade ihn oft ein zum Essen bei mir oder helfe ihm bei vielen Sachen die er nicht mehr alleine machen kann.
Nur Geld gebe ich ihm nicht, weil er absolut nicht damit umgehen kann. Er ruft da nämlich so Lebensbraterinnen ( aus Illustrierten) an die ihm angeblich ihre guten Gedanken schicken und lauter so Quatsch.
Ich hoffe ,dass ich wenigstens jetzt verstanden werde.
Johanna.







