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Alter & Rente

Jedes Land.................


Im Thema: Alter & Rente
von: maria rizzo
erstellt am: 29.08.2010

7 Bewertungen: (ø 2.1)
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274 mal gelesen


Jedes Land hat seine Bràuche ,manche sind schwer zu ertragen......

Unter welcher Rubrik ich diesen Artikel schreiben sollte,wusste ich nicht,denn es hat ja nicht unbedingt etwas mit dem Alter zu tun.....
Wenn hier ,im Sùden Italiens,ein Mitbùrger stirbt,làutet die Totenglocke.Oft geht ihr Làuten im Alltagslàrm unter,aber manchmal dringt sie bis zu einem vor,erfùllt das Haus und auch die Herzen.Man fragt sich,wer ist gestorben und wie,war er/sie jung oder schon etwas àlter.Wie geht es den Angehòrigen.In dieser Woche hòrte ich die Totenglocken oft denn junge Menschen haben ihr Leben bei Verkehrunfàllen verloren.
Die Totenglocke ist der Anfang von furchtbaren 24 Std..Der Tote wird in seinem Haus aufgebahrt und die Totenwache beginnt.Der gròsste Raum im Haus,der auch gleichzeitig nahe der Haustùr liegt,wird in Windeseile leergeràumt.Dann wird ein riesengrossen Heiligenbild aufgestellt ,an den Seiten Kerzenstànder und in der Mitte der Sarg.Rund um den Sarg werden Stùhle gestellt auf denen die Trauergàste Platz nehmen.Die Haustùr bleibt offen.Die Angehòrigen sitzen direkt neben dem Sarg und das ist das Schwerste ùberhaupt.Sie sehen in das geliebte Gesicht und wissen,das es nur noch eine kurze Zeit dauert bis der Priester kommt um den Toten zu holen.Die Trauergàste kommen und gehen und erst gegen Mitternacht wird der Tote alleine gelassen aber nur fùr eine halbe Stunde.Alle verlassen den Raum ,die Tùren dùrfen nicht geschlossen werden,.denn jetzt kommen Seelen um ihren toten Verwandten in ihren Kreis zu holen.In dieser Zeit versorgen die Nachtbarn die Familie mit Essen und Kaffee.Am frùhen Morgen kommen andere Nachtbarn und bringen das Frùhstùck und immer ein oder zwei Angehòrige gehen in die Kùche um sich zu stàrken..Ab dem Mittag nach einer durchwachten Nacht,wird das Haus voll.Viele warten auf der Strasse vor dem Haus weil kein Platz mehr ist.Dann kommt der Priester und den Angehòrigen wird klar,das sie nun endlich Abschied nehmen mùssen.Das Ganze geht ziemlich an die Nieren und Trànen fliessen reichlich.Die Messe und den Gang zum Friedhof erlebt man nur im Unterbewusstsein,und dann,nach nur 24 Std,ist alles vorbei.Alles geht wieder seinen normalen Gang nur in den Herzen der Angehòrigen klafft eine grosse Wunde und Leere die sich langsam ,sehr langsam schliesst aber nie vòllig.....Noch eine Woche nach der Beerdigung kommen Freunde und bringen Lebensmittel.Das stammt noch aus der Zeit,wo die Angehòrigen nach einer Beerdigung das Haus fùr einige Zeit nicht verlassen durften und Nachtbarn und Freunde sie mit dem nòtigsten versorgten.Der Brauch ist nicht verloren gegangen....
Am vergangenen Freitag musste ich an einer Totenwache teilnehmen und da wird einem erst wieder bewusst,das alles planen keinen Zweck hat weil man nicht weiss ob man den anderen Tag noch sieht....
LG.Maria
IconKommentare

PIA ♥♥♥♥♥
PIA ♥♥♥♥♥29.08.2010 18:31
Jeder Tag

ist ein Geschenk, Maria und jeden Tag soll man geniessen, sich an den kleinen Dingen freuen.
Viele Menschen sind unzufrieden, sie jammern wegen allem und übersehen leider, dass es anderen viel schlechter geht, als ihnen.
Man hat nur dieses eine Leben und sollte doch versuchen, das Beste daraus zu machen, positiv denken.
Eine Bekannte von mir, eine Italienerin, hat mir schon vor langer Zeit einmal über den Brauch erzählt. Er löst bei mir gemischte Gefühle aus.
Einerseits gefällt mir die Art des Abschiednehmens, die Zeit, die man dafür hat, besser, als in Deutschland.
Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich es so könnte.........
Der Zusammenhalt und die Hilfe der Nachbarn allerdings ist eine wunderbare Sache. Ich denke, man fühlt sich nicht so alleine in seiner Trauer.

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied01.09.2010 13:17
Wir wissen nur von dem einen Leben,

darum ist es so schlimm, einfach Menschen aus der Gemeinschaft auszuschließen, auch wenn man weiß, wer es ist.
Ist dieser Mensch nun aber nicht mehr da, denn hier wissen wir ja nie, wie es wirklich um einen Menschen gesundheitlich steht. Nicht jeder gibt sein Leiden vollends preis.
Entweder geht es hier einfach weiter, als sei nichts geschehen, oder aber, es gibt noch Menschen, die tief in sich gehen und sich denken: Was wäre, wäre ich derjenige gewesen?
Würde es hier weitergehen mit ausschließen aus einer Gruppe, mit nicht beachten oder gar verachten?
Wer sagt schon gerne einem Verstorbenen etwas Schlechtes nach?
Ich habe noch nie einen Pfarrer, Pastor oder Rabbe gehört, der beim Totengebet sagte: Er war ein schlimmer Mensch, abartig, verständnilos, verlogen und keiner mochte ihn.
Doch! Es gibt Einen der alle mag, egal wir wir ihn nennen, es ist Gott!
Ich weiß nicht ob Trauer auch nicht ein Stück Egoismus ist, sorry, klingt sehr hart, aber wir trauern, weil wir was verloren haben.
Wäre es nicht schöner sich zu freuen, daß dieser Mensch jetzt in eine ganz andere Welt kommt, in der es kein Wehklagen, keine menschlichen Bedürfnisse mehr gibt und auch keine Schmerzen.
Warum wird bei den alten Kulturen auf einer Trauerfeier, beim Leichenzug fröhlicher Jazz gespielt, die Leute tanzen mit.?
Ähnlich bei vielen Naturvölkern; haben wir den Blick für das Wesentlichste verloren????
Das das Leben mit dem Tod beginnt?

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied01.09.2010 18:54
Maria

In Italien ist alles etwas anders, da bleiben wenn möglich alle Generationen in einem Haus, man setzt sich vor das Haus, damit man mit jedem reden kann,aber wir Deutschen haben eine andere Mentalität, manchmal, leider, im Innern habe ich mir immer gewünscht, alle in einem haus, aber separate wohnungen, aber einen grossen Gemeinschafts raum,und Garten,
und dann vergisst man den Wunsch, weil er nicht machbar ist,
und dann stirbt ein Mensch, und dann soll man sofort anders werden, das geht nicht, denn der Tote den man nicht kennt, wird schnell vergessen, wie man gerne alles vergisst,nur die eigene Familie vergisst man nie, und deshalb hoffe ich das es oben im Himmel, ein Wiedersehen gibt, aller seelen, denn nur die Seele fährt himmelwärts


Meinen Mann habe ich mit Dem Abschiedslied von Bocelli beerdigt und mit Musik von der Milva

geraldo jakobs
geraldo jakobs02.09.2010 11:32
Beruf:Heulerin

In Latein-Amerika und Spanien sind diese todeswachen auch üblich, in Argentinien, Paraguay, Uruguay haben die Wohlhabenden Familien noch zusetzlich eine oder zwei Heulerin engagiert, die sorgten für die richtige Stimmung, da spätabends diese öfters (die Stunde der Witzelei) zu kippen drohte.
Für viele Jünge Erwachsene die am Wochenende knapp bei Kasse waren, ergab sich eine gelegenheit Kostenloss, mit ein paar Kanapees und alkoholische Getränke zu versorgen.


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