Klappe: Darmspiegelung die Zehnte.
Im Thema: Gesundheit
von: Henry Ullmann
erstellt am: 28.09.2011
von: Henry Ullmann
erstellt am: 28.09.2011
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Vorsorge ist Wichtig
Für mich war der Rest der Woche, einschließlich Wochenende sowieso gelaufen, am Sonntag 16.00 Uhr sollte es losgehen, drei Tage zuvor musste ich schon auf das Essen achten. Von der Innere Medizin Endoskopie im Sana Klinikum Lichtenberg habe ich einen Hinweisblatt mitbekommen.<br />Vorbereitung und Durchführung einer ambulanten Darmspiegelung. <br />
Sehr geehrter Patient, <br />
zur Vorbereitung Ihrer Darmspiegelung möchten wir Ihnen folgende Informationen geben:<br />
Nehmen Sie in den drei Tagen vor der Untersuchung bitte keine Lebensmittel mit Körnern oder Kernen zu sich (z.B. Vollkornbrot, Trauben, Müsli, Kiwi, Gurken, Tomaten ect.)<br />
Am Tag vor der Untersuchung dürfen Sie nur noch frühstücken, ab mittags wird Flüssignahrung (Suppe) empfohlen, das Abendessen muss leider ausfallen! Ab ca. 16.00 Uhr trinken Sie 1 Liter Moviprep und zusätzlich mindestens 2 Liter Tee, Fruchtschorle, Limonade (helle Flüssigkeit) und bewegen sich gut dazu.<br />
Sollten Sie am Untersuchungstag einen Termin zwischen 8:00 und 9:30 Uhr haben, trinken Sie bitte zu Hause um ca. 21:00 Uhr den zweiten Beutel Moviprep und wieder mindestens 1,5 Liter helle Flüssigkeit dazu.<br />
Sollte der Termin ab 10:00 Uhr sein, trinken Sie bitte am Tag der Untersuchung zu Hause um ca. 05:00 Uhr den zweiten Beutel Moviprep und wieder mindestens 1,5 Liter helle Flüssigkeit dazu.<br />
Melden Sie sich bitte zum Zeitpunkt der Untersuchung im Haus A in der Endoskopie.<br />
Nach der Untersuchung ist zu beachten, dass Sie für mindestens 12 Stunden fahruntüchtig sind, wenn Sie eine Schlafspritze zur Untersuchung wünschen. Lassen Sie sich dann bitte von Angehörigen oder Bekannten abholen.<br />
Da im Rahmen der Untersuchung möglicherweise Gewebeproben oder Gewebeabtragungen durchgeführt werden müssen, ist es notwendig, Ihr aktuelles Blutbild und den Blutgerinnungswert (Quick bzw. INR) zu kennen. Wir bieten Ihnen an, im Rahmen unseres Vorgespräches diese Werte bei uns zu ermitteln. Falls von Ihnen gewünscht, oder bereits durch Ihren Hausarzt realisiert, können sie die aktuellen Laborergebnisse auch zum Untersuchungstag vorlegen.<br />
Bringen Sie bitte am Untersuchungstag die Unterlagen mit (Patientenaufklärung und ggf. die eigenen Laborergebnisse), die Ihnen im Vorgespräch ausgehändigt wurde.<br />
Damit musste ich mich auseinandersetzte, zum Mittag leistete ich mir eine Hühnerbrühe, dann nichts mehr, eine großen Tetrapak mit Apfelsaft verdünnte ich auf ca. 4 Liter. Zusätzlich stand noch eine halbe Flasche Weißwein und eine Flasche Rum bereit. Den Weißwein brauchte ich um den Geschmack wegzubekommen und den Rum zum Grog um mich zu erwärmen. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass ich meist Schüttelfrost bekomme und der Brechreiz ist beim Trinken immer vorhanden.<br />
Nach Anleitung habe ich die Lösung hergestellt, gerochen hat sie nicht und es war auch weniger als sonst, ich glaube es waren immer 4 Liter Lösung. Es ist auch ein anderes Medikament. <br />
Der erste Schluck war noch erträglich, von wegen mit Orangengeschmack, es schmeckt genauso scheußlich wie die Vorgänger. <br />
Nun hieß es warten.<br />
Viel verdünnte Apfelsaft und hin und wieder ein Grog halfen mir die Brühe zu verdauen. <br />
Wenn ich mich an die Anweisung halten würde, müsste ich um 5.00 den nächsten Liter trinken, da mein Termin erst 10.00 Uhr ist, aber ich weiß genau, da bekomme ich keine Schluck herunter, deshalb habe ich den zweiten Liter um 22.00 Uhr getrunken. Es war natürlich keine so gute Nacht, aber ich habe noch paar große Windeln da, das macht mir nichts aus. Am Morgen habe ich natürlich gebadet und ich glaube der Darm war ziemlich leer. Mal sehen ob ich Recht habe, meist liegt noch etwas im Darm herum.<br />
ich war 9.40 Uhr dort, gab meine Papiere ab und musste noch den Behandlungsvertrag ausfüllen und viel Einwilligungen gebe, kein Problem für mich, wenn es von Nutzen ist gern.<br />
Im Wartebereich saßen Patienten die schon fertig waren, meist welche die zu Magenspiegelung hier waren, gegen 10.30 Uhr wurde ich von einer jungen Schwester aufgerufen. <br />
In der Kabine befindet sich eine Toilette, die ich auch noch einmal benutze, dann zog ich mich bis auf die Socken aus und das Engelshemd an. Schon klopfte es an der Tür und die Schwester fragte mich ob ich fertig bin, ich musste nur noch meine Sachen in die Plastiktüte legen. Aus Erfahrungen habe ich immer einen kleinen Notfallkoffer, also kein Koffer, eine Tüte mit Schlafzeug, Zahnbürste und Duschgel, dabei. Werde ich die heut brauchen, mit dieser Frage ging ich in den Untersuchungsraum. <br />
Die Ärztin war die gleiche, die mit mir das Gespräch gemacht hat, sie saß am Computer und besah sich meine Histologie. Sie hatte noch paar Fragen an mich, bekam den Sauerstoff in die Nase, wurde an das Pulsmessgerät angeschlossen und zum Schluss legte sie legte mir den Zugang für die Schlafspritze. Dann ging es los, ich konnte alles am Monitor mitbeobachten, diese Gefühl der wohligen Wäre floss in mich, man denkt ach wie schön ist die Welt und vergisst einen Augenblick wo man überhaupt ist. Trotzdem war so interessant, dass ich nicht wirklich weggetreten bin. <br />
So sah der Befund aus:<br />
Befund: Normaler digitaler Tastbefund.<br />
Kolon: Es handelt sich um einen Z.n. anteriorer Rektumresektion mit Sigmoidorektostomie. Eingesehen wurde bis zum Coecum. Das Colon ist nach Vorbereitung nur bedingt sauber und nur mit Einschränkung beurteilbar. Am Coecumpol ist ein breitbasiger Polyp von max. 12 mm Durchmesser mit intakter Oberfläche sichtbar. Unterspritzung der Polypenbasis mit 6 ml physiolog. Kochsalzlösung. Der Polyp wird mit der Elektroschlinge in einem Stück vollständig abgetragen und kann geborgen werden. Vorführen des Gerätes bis in das Zökum. Identifizierung der lleozökalklappe, keine Intubation. Die Anastomose liegt bei 12 cm ab ano, kein Anhalt für neoplastische Strukturen, Passage gegen leichten Widerstand. In allen übrigen Dickdarmabschnitten stellt sich makroskopisch ein unauffälliges Schleimhautrelief dar.<br />
Diagnose: Polyp am Coecumpol -Polypektomie (ICD-D12.6).<br />
Reizlose Anastomose nach Rektumresektion.<br />
Procedere: Es erfolgte postinterventionelle Nachsorge. Über die Problematik der Fahruntüchtigkeit und des Heimweges in Begleitung wurde aufgeklärt. Der Patient verließ unsere Abteilung voll orientiert und subjektiv beschwerdefrei. Bei Beschwerden nach der Untersuchung bitten wir um Wiedervorstellung über unsere Rettungsstelle. Bei eventuellen Komplikationen, auch bei Behandlung in anderen Krankenhäusern, bitten wir um telefonische Information unter der Nummer 5518 2940.<br />
Biopsien:<br />
Schlingen-PE im Colon: Coecum. Probennr.M. Frage: Adenom? EN?<br />
Nun ja vieles kann ich natürlich nicht verstehen, ist wohl auch nicht notwendig, ich habe mir aber den Polypen zeigen lassen, der lag schon in ›Spiritus‹ ein. So ein Ding sieht doch ganz friedlich aus, nicht so als ob er zum Darmkrebs führen kann. <br />
Bevor ich doch in die ›Dämmerung‹ verfiel, fragte ich die Schwester noch, wie weit der Schlauch eigentlich in mir drin war. Klinkt komisch, na ja wie soll ich die Frage sonst formulieren. <br />
Sie antwortete mir; »Ungefähr 80 cm, Herr Ullmann!«, auf dem Lineal sieht das ganz schön tief aus und was sie mir noch sagte; »Herr Ullmann, sie können jetzt die Luft rauslassen, wie haben sie doch aufgepumpt!«. Soll ich oder soll ich nicht, ich musste, ich machte sie noch auf die Gefahr aufmerksam, dass eventuell nicht nur Luft kommt. »Haben Sie damit ein Problem, Herr Ullmann, ich nicht!«, es tat gut, sie fuhr mich noch raus, im Aufwachraum war zunächst kein Platz für mich. Hier muss ich wohl entschlafen sein, als sich wieder zu mir kam lag ich im Aufwachraum und hatte immer noch mit der Luft im Darm zu tun. <br />
Als die Schwester kam und mir sagte, ich könnte nun langsam aufstehen, fragte ich sie, wie spät es ist, 12.45 war die Antwort. Ich hatte meiner Ex – Nichte gesagt, dass sie mich so gegen 15.00 Uhr abholen sollte. <br />
Ich bin froh, dass ich die Familie hier in Berlin habe, manchmal braucht man doch jemanden und dann sein sie sofort ohne betteln oder Ausflüchte bereit. Darauf kann ich mich verlassen, obwohl sie wohl selbst genug eigene Probleme haben. Zum Glück brauche ich bis jetzt nur in Ausnahmefällen Hilfe, meine Leute in Bautzen sind weit weg und denken, so stark wie der ist, meistert er schon die Probleme. <br />
Na ja, versuche es jedenfalls, ein Anruf nach meinem Befinden, nach solch einer Aktion täte mir vielleicht auch gut. <br />
Ich habe der Schwester extra gesagt, sie soll noch warten mit dem Anruf, ich könnte ja erst noch einen Kaffee trinken in der Cafeteria, nein geht nicht, nur in Begleitung, was mag da wohl schon alles passiert sein. <br />
Als ich Wartebereich saß und auf die Auswertung wartete, alles wusste ich ja doch nicht, stand meine Nichte plötzlich vor mir, ich traute meine Augen nicht. Wo kam sie denn jetzt schon her, sie wurde angerufen, ich konnte es nicht fassen, aber was soll es. Kurze Zeit später musste ich zur Auswertung und bekam den Befund, heute sogar mir farbigen Bildern vom Polypen und von der Nahtstelle. Mal sehen war die Onkologin sagen wird. <br />
Danach hat mich meine Nichte nachhause gefahren, ich wollte eigentlich nur, dass sie mich abholt, damit jemand da ist, denn sonst komme ich hier nicht fort. Es ging kein Weg rein, sie bestand darauf mich in die Wohnung zu bringen. Vielleicht war es doch gut so, denn etwas wackelig war ich schon.<br />
Sie ist eine sichere Fahrerin, ich habe ihr eine neue Stecke gezeigt, ob wie dadurch schnelle waren, weiß ich nicht. <br />
Ich hatte für sie eine Flasche Asti Cinzano gekauft, sie aber in der Wohnung gelassen am liebsten wäre sie mit in die Wohnung gekommen, also eine junge Frau mit sehr viel Verantwortungsbewusstsein, nicht umsonst arbeitet sie in einer Bank. <br />
Ich war gegen 14.00 Uhr wieder in der Wohnung, brauchte nicht viel bei Netto, aber eine Flasche Wein, zum Abendbrot gab es selbstgemachte Bouletten. <br />
Ich war trotzdem froh, die Koloskopie gut überstanden zu haben, der Befund gab mir Optimismus, Ich habe es wieder gespürt, wie notwendig die Darmspiegelung ist, jeder hat die Chance, nur nuten tun es viel zu wenige Menschen. Schade eigentlich, früher hätte mich das auch nicht tangiert, heute kann ich es nur jeden Menschen raten
Kommentarejim beam29.09.2011 23:43
ein
Warum in Gottes Namen habe ich da nicht eine Trilogie, ein Drehbuch oder gar einen Film draus gemacht????







