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Tier & Natur

Kugelblitz


Im Thema: Tier & Natur
von: Hardy Schneck
erstellt am: 16.10.2010

5 Bewertungen: (ø 1.6)
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289 mal gelesen


Eine wahre, fantastische Geschichte


Es war ein drückend heißer Sommertag, dieser 18. Juli 1951. Das kleine Eifeldorf lag wie ausgestorben. Kein Mensch war zu sehen. Wer immer es konnte, hatte sich in den Schatten des Hauses zurückgezogen.Selbst die Tiere schwiegen. In dem alten Bauerngehöft der Familie Schäfer stand die Hitze. Die Bäuerin Sofia, ihre beiden Söhne Thomas und Rolf saßen in der Stube des Hauses und tranken kühlen Apfelsaft. Der Knecht Paul war noch auf dem Feld mit dem Ochsengespann. Magd Gertrud hantierte in der Küche. Ihren Mann, den Bauern Ludwig hatte Sofia im Herbst 1947 beerdigt. Er war an den Verletzungen, die er in Russland 1943 erlitten hatte, verstorben. So bewirtschaftete sie alleine mit ihren Söhnen,die 14 und 11 Jahre alt waren mit Knecht und Magd den mittelgroßen Hof. 16 Kühe und Kälber, 12 Schweine und eine Hand voll Hühner, das war alles, was der verdammte Krieg ihnen übrig gelassen hatte. Vier gute Pferde hatten sie abgeben müssen, das Heer brauchte sie. Der karge Boden hier in der Hocheifel warf nicht viel ab. Es reichte kaum zum Leben. .Das kleine Dorf zählte gerade mal 14 Höfe mit 138 Einwohnern. Die nächste Ortschaft mit Laden lag 9 km weit weg. Noch gab es keine Buslinie und die Landstraße war in einem erbärmlichen Zustand. Hunderte von Panzerketten hatten sie zernarbt. So war man gezwungen, die Wege "per Pedes" zurückzulegen.
Drohend zog eine pechschwarze Wolkenwand vom Westen auf das Dorf zu. "Do kimmt wat off ons zo", meinte die Bäuerin. "Maacht dä Stall zo un holl die Wäsch rin" sprach sie zur Magd. Draußen vernahm man jetzt die Fuhrwerkgeräusche, Paul kam zurück. Gerade noch rechtzeitig! Paul stammte aus Ostpreußen, wo seine Eltern einen schönen Hof besessen hatten. Nun lebten Russen darin. Er war nach amerikanischer Gefangenschaft hier hängengeblieben und fristete sein Dasein als Knecht, ohne Lohn, dafür freie Kost und Logis. Das war immer noch besser als nichts.
Von Ferne setzte Donnergrollen ein und der Tag schien zur Nacht zu werden. Scharz und tief hingen die Wolken über dem Land. Doch noch fiel kein Regen. Es war unerträglich schwül. Paul brachte die Tiere unter und ging dann ebenfalls zu den anderen in die Stube. Man hatte die Fenster und die Haustüre weit offen gelassen, damit wenigstens ein bisschen Luft herein wehte.
Die Bäuerin hatte jetzt eine Kerze auf den Tisch gestellt und angezündet. Die Familie war sehr fromm und deshalb betete man jetzt zusammen...Man hatte hier oben schon schwere Unwetter erlebt und mehrmals hatte der Blitz ein Haus oder eine Scheune in Flammen gesetzt.
Draussen wurde der Wind stärker und gerade in dem Moment, da die Magd auf dem Wege war, die Haustüre zu schließen, geschah es!
Wie aus dem Nichts stand plötzlich eine rot-gelb-weiß leuchtende Kugel mitten im Flur! Erschrocken fuhr Gertrud zurück und preßte sich zitternd an die Wand. "Was ist das?" Die Frage stellten sich nun alle Anwesenden. Die Kugel schwebte langsam, etwa in einer Höhe von einem Meter über dem Fußboden. Die Kugel hatte die Größe eines kleinen Fußballs. Wie in Zeitlupe schwebte sie nun in das Wohnzimmer, schien zu verharren, drehte sich und stieß dabei an eine Stuhlkante. Völlig geräuschlos prallte sie ab um auf die andere Seite des Raumes zu gleiten. Nur um Zentimeter verfehlte sie den Kopf von Paul, der wie alle anderen schreckensbleich und stocksteif auf seinem Stuhl saß. Nachdem der Ball eine Weile still stand, zog er auf einmal, eine kleine Rauchspur hinter sich her ziehend in Richtung des Fensters, von wo er den Raum verließ. Thomas, der ältere Sohn sprang auf und schaute der Kugel nach, die jetzt in großen Sprüngen über den Hof hüpfte, um dann urplötzlich zu verschwinden, wie wenn man ein Licht ausknipst!
Als erstes hatte sich der Knecht gefangen. "Verdammt, so was hab ich noch nie gesehen", sagte er laut. Sofia betete mit lauter Stimmer "Herr schütze uns, Mutter Maria bitte für uns!" Draußen tobte jetzt der Sturm und gewaltige Regenschauer schufen eine Wasserwand die nun über das Dorf hinwegzog. So schnell wie es gekommen war, hatte sich dieses schreckliche Unwetter verflüchtigt. Es wurde etwas kühler, angenehmer und die Anwesenden atmeten erleichtert durch.
Später, als man mit den Nachbarn das Geschehen besprach, meinte ein alter Bauer:"Dat woar een Kugelblitz, der doht einem nix, minge Vadder hätt dat och schun mol erlewt.!"

Anmerkung des Verfassers:
Ich habe diese Geschichte von Thomas, dem Sohn gehört. Bis heute hat er keine Erklärung dafür, wieso dieser Blitz keinen Schaden angerichtet hatte.







IconKommentare

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied18.10.2010 16:55
es war einmal

ein Märchenerzähler
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied19.10.2010 13:21
fantastisch

ganz genau Fantastisch - im wahrsten Sinne des Wortes
-
ich hab gegoogelt: fantas·tisch
fan|tas·tisch auch: phan|tas·tisch = 1. nur in der Fantasie bestehend, unwirklich;
---na sag es doch gleich !!!!

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied20.10.2010 11:25
PAPS

Mein Paps, wurde während eines Unwetter-Einsatzes von einem Kugelblitz getroffen und ist daran auch bald verstorben . . .
dies ist schon sehr lange her macht mich jedoch heute noch traurig

Hardy Schneck
Hardy Schneck03.11.2010 00:05
wieder einer!

In der Nacht zum Montag sahen viele Menschen auf einem Friedhof im Hunsrück (Moorbach) mehrere Kugelblitze, die nicht von Donner begleitet wurden. Seltsam oder?
Hardy Schneck
Hardy Schneck29.11.2010 23:59
sum

..nur dumm!
Tute Tuta
Tute Tuta07.03.2012 23:10
Silicium Wolken

Wissenschaftliche Erklärungsansätze sind vorhanden, also nicht wirklich etwas Gruseliges, sondern ein Naturphänomen
( Ausschnitte folgend aus Wikipedia)

Silicium-Wolken

Eine im Jahr 2000 von John Abrahamson und James Dinniss in Neuseeland vorgestellte Hypothese postuliert, dass Kugelblitze nichtelektrischer Natur sind, jedoch durch Blitzeinschlag ins Erdreich entstehen. Dabei werde Siliciumdioxid (Sand, Kieselerde) in Silizium und Sauerstoff zerlegt. Während der Sauerstoff im Erdreich mit Kohlenstoff (organischem Material -->*hier oben in ihrer Geschichte: Friedhof mit frischen Gräbern*) reagiere, trete das Silizium als Dampf oder Aerosol aus dem Blitzkanal aus und werde durch Luftsauerstoff langsam oxidiert, wodurch es leuchtet. Die Siliciumpartikelwolke sei durch Selbstorganisation aufgrund ihrer Ladung in der Lage, eine kugelähnliche Form anzunehmen, und es sei daher auch möglich, dass sie sich nach Durchdringen einer kleinen Öffnung wieder zusammenfindet.

Diese Hypothese wurde in Brasilien an der Universidade Federal de Pernambuco von Antônio Pavão und Gerson Paiva nachgeprüft, indem Siliciumplättchen elektrisch verdampft und die Silicium-Luft-Mischung per Funkenentladung entzündet wurde. Farbe, Temperatur und Lebensdauer (8 Sekunden) der tischtennisballgroßen Siliciumdampfbälle entsprachen dabei den Zeugenaussagen, soweit diese bei einem seltenen Kurzzeitphänomen exakt sind.[6][7] Ein wissenschaftlicher Bericht dazu ist 2007 in den Physical Review Letters erschienen.


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