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Tier & Natur

Mein Freund, der Baum ...


Im Thema: Tier & Natur
von: Ute Sy
erstellt am: 16.08.2010

6 Bewertungen: (ø 2.3)
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367 mal gelesen


Er war immer noch groß und stark

Nun erschrak ich doch, als ich ihn nach vielen Jahren in Vaters Garten wieder sah.

"Du wirst sehen", hatte Vater gesagt, "er ist krank. Er ist auch schon sehr alt".

"Gibt es denn nichts mehr ..?" hatte ich gefragt.

"Zu weit fortgeschritten", meinte Vater. "Ich habe mit einem Spezialisten aus der Stadt gesprochen. Es ist Krebs. Er hat Proben eingeschickt. Es ist zu spät. Vielleicht, wenn wir früher reagiert hätten ... aber ich habe ihm zuerst nichts angemerkt. Und dann ging es sehr schnell!"

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es ihn bald nicht mehr geben sollte. Obwohl ich jahrelang nicht zu Hause war, hatte ich oft an ihn denken müssen. Für mich war es ein Familienmitglied. Er kannte alle meine Sorgen, seit Kindertagen an. Seine Größe und Stärke hatten mir Sicherheit gegeben.

Jetzt stand ich vor ihm. Er war immer noch groß und stark. Er hielt sich gerade, nicht so wie mancher Mensch. Die Geschwulst trat dick und schwer hervor. Ich streichelte vorsichtig darüber, als könne es ihm wehtun. "Wie konnte das nur geschehen?", flüsterte ich. Seine Rinde fühlte sich hart und rissig an. Da hörte ich, wie Vater die Motorsäge anwarf, ich musste mich umdrehen und ins Haus laufen.

Ulrike Ksol
IconKommentare

Ute  Sy
Ute Sy16.08.2010 21:20
Die kleine Geschichte

gefiel mir, und deswegen habe ich sie hier eingestellt.
Kiana
Kiana 16.08.2010 22:15
bitter

Das erinnert mich an das wunderschöne Lied
" Mein Freund der Baum" von Alexandra.

Früher wie heute berührt mich dieses Lied in der Seele.
Manches Verabschieden tat sehr weh.

Ute  Sy
Ute Sy16.08.2010 23:22
Die

Überschrift habe ich bewusst genommen. Alexandra mit ihren wehmütigen Songs gehört zu meinen Favoriten.

Ich denke mir mal, das ist ein Stück Schmerz vom Abschied der Kindheit und einer gewissen Verbundenheit, die unweigerlich damit zusammenhängt.

Geperrtes  Mitglied
Geperrtes Mitglied17.08.2010 07:22
Leben

So ist das Leben....
 PIA  ζんノ
PIA ζんノ 17.08.2010 09:28
Ich

hatte auch einen Baum als Kind.........zum Glück gibt es ihn heute noch.
Wenn meine Enkel etwas älter sind, werde ich ihnen meinen Baum zeigen.

Ute  Sy
Ute Sy17.08.2010 15:18
Mein

Sohn hatte als Kind einYps-Extra, einen Tannensprössling, der wurde bei uns in den Garten gesetzt und wächst und wächst schon seit vielen Jahren mit zwei Spitzen. Er wächst langsam, wird doch allmählich immer größerr. Sollte schon paarmal entfernt werden als Weihnachtsbäumchen, hat keiner übers Herz gebracht. Er bleibt vorläufig als Erinnerung an den Ursprung erstmal stehen ...
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied17.08.2010 20:19
Berührend dieser Text!

In unserem Garten steht eine Kastanie. Ein großer starker, alter Baum. Er spendet Schatten und unten um seinen Stamm herum haben wir uns einen Platz zum Sitzen gebaut. Wir haben dort schon so manchen schönen Abend gesessen. Viele Hausbewohner - mitten im Zentrum dieser hektischen Großstadt.

Jedes Jahr warten wir, daß sie anfängt zu blühen.

Doch jedes Jahr fangen ihre Blätter an, immer früher braun zu werden.
Und sie schafft es kaum noch, die Kastanien an ihre Spitzen zu hängen.

Sie ist befallen von einer Motte - die schon viele Bäume hier kaputt gemacht hat.

Ute  Sy
Ute Sy18.08.2010 23:54
Habe

mit und ohne meinen Kindern jede Menge Kastanien gesammelt. Zum Basteln und als Futter für die Tiere in unserem Tierpark. Sind sehr beliebte Baumfrüchte. Esskastanien (Maronen) kenne ich weniger.
Karl-Heinz Kallino
Karl-Heinz Kallino17.08.2011 09:08
Mein Freund der Baum

Ich habe auch 5 große Bäume in meinem Garten
die meisten wissen gar nicht das so ein Baum lebt, mann sieht ihn die ganzen Jahre wachsen, mann wird mit ihnen alt
ich liebe diese Bäume, mögen sie mir noch lange Schatten geben


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