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Wirtschaft & Politik

Mir helfen nur Ruhe und Geduld...


Im Thema: Wirtschaft & Politik
von: Evelyn Bay
erstellt am: 10.12.2010

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276 mal gelesen


In unserem Hauskreis ist auch eine Finanzbeamtin, die uns kürzlich aus ihrem Berufsfeld berichtete:


"Für viele Menschen ist ihr Geldbeutel offenbar das empfindlichste Organ. Das erlebe ich als Sachbearbeiterin im Finanzamt leider täglich. Es fällt mir nicht leicht, in diesem Umfeld nach meiner Überzeugung zu leben. Bei den Leuten, die zu uns kommen, herrschen oft Ablehnung, Vorurteile, Mißtrauen, manchmal sogar offene Aggression vor.

Tausend nervende Kleinigkeiten häufen sich dann zu einem fast unüberwindlichen Berg an und drohen, jeden guten Willen im Keim zu ersticken. Warum unterstellt man uns bei jedem ablehnenden Bescheid Sturheit? Warum müssen wir uns bei längeren Bearbeitungszeiten Faulheit und Unbeweglichkeit der Beamten vorwerfen lassen? Die Liste ließe sich mühelos fortsetzen...

Ich habe allmählich verstanden, dass ich einen gewissen Abstand gewinnen muss von meiner Arbeit, aber auch von meiner Empfindlichkeit und dem Bedürfnis nach Anerkennung. So merkte ich nach und nach, dass es mein Gegenüber ja nicht persönlich meint. Die meisten Menschen empfinden Behördengänge eben als lästig und zeitraubend und machen aus ihren Gefühlen kein Hehl.

Mein ständiges Bemühen, mich in meinem Glauben zu verankern, veränderte meine Einstellung. So zum Beispiel bei einer alten Dame, die einfach nicht einsehen wollte, dass Steuerpflicht nichts mit dem Lebensalter zu tun hat. Zwei Wochen kam sie jeden Tag zu mir, um mir den gleichen Sachverhalt zu erklären. Sie war unglücklich, verbittert und, was leider nicht zu übersehen war, krankhaft geizig.

Ich versuchte, ihr die Zusammenhänge verständlich zu machen. Doch als ihr Jammern keinen Erfolg hatte, wandte sie sich an alle möglichen Stellen, um sich auf unsachliche, polemische und böswillige Art über mich zu beschweren.

Was sollte ich tun? Mich wehren? Was auch immer ich unternommen hätte, sie hätte es als weitere Ungerechtigkeit empfunden. Ich spürte, dass nur Ruhe und Geduld helfen konnten. Die Kraft dazu schöpfte ich täglich neu aus dem Wissen, dass es in einer Beziehung zu einem Menschen nicht auf eine positive Antwort ankommt, sondern auf ein ehrliches Bemühen vor Gott. Das gab mir die Freiheit, auch in dieser verfahrenen Situation ihr weiterhin immer wieder neu positiv zu begegnen.

Bisher hat sich nichts geändert. Die Frau versprüht noch immer Gift. Doch sie half mir zu lernen, dass echte Begegnung keine vordergründigen Erfolge braucht." M.K.
IconKommentare

Ariane Darling
Ariane Darling10.12.2010 12:49
Schön

wenn ein Mensch aus seinen Galubensüberzeugungen heraus zu positiven Handlungs- und Sichtweisen kommt, die ihm und anderen gut tun! Mir hilft der Glaube an Gott und das Gebet auch, um daraus in schwierigen Lebenssituationen Kraft zu schöpfen....
Gesperrtes Mitglied
Gesperrtes Mitglied23.12.2010 03:39
Öhm....

also, irgendwas sollte man als Mensch vielleicht auch selbst bewältigen können und nicht auch noch für die alltäglichsten Situationen den lieben Gott bemühen...

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