Na obs was bringt?
Im Thema: Wirtschaft & Politik
von: Gesperrtes Mitglied
erstellt am: 15.07.2010
von: Gesperrtes Mitglied
erstellt am: 15.07.2010
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Es trifft jetzt die Studierten.also die sogenannte Mittelschicht
http://www.egon-w-kreutzer.de/0Pad2010/28htmlKommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer
Paukenschlag am Donnerstag No. 28/2010 vom 15. Juli 2010
Von Frau zu Frau
ein Offener Brief
Eva Scherrer
hat einen Offenen Brief an Angela Merkel geschrieben
und mir erlaubt, diesen Brief als Paukenschlag zu veröffentlichen.
Von Leistungsträgern und Schmarotzern
Von Überflüssigen und Eliten
Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,
ein Doktortitel impliziert, dass man Erkenntnisse aus Fakten ziehen kann, dass
man selbständig denkt und beides zu etwas Neuem zusammenfügen kann. Sie
haben zusätzlich noch nachweisen müssen, dass Sie sich auskennen betreffend
Marxismus und Leninismus. Aus diesem Grunde wende ich mich an Sie als die
Bestimmerin der Richtlinien der Bundesrepublik Deutschland und stelle ein paar
Fakten vor, die Sie vielleicht im Zusammenhang noch nicht bedacht haben.
Die amerikanische Verfassung kennt das Recht auf Glück. Dies soll wohl soviel
wie Chancengleichheit oder auch Chancengerechtigkeit bedeuten. Das deutsche
Grundgesetz, welches immer noch nicht durch eine vom Volk selbst frei gewähl-
te Verfassung ersetzt worden ist - dies hätte spätestens nach dem Einigungsver-
trag vor etwa 20 Jahren geschehen müssen (warum ist das nicht passiert??) -
sieht vor, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, keiner, aus welchem
Grund auch, bevor- oder benachteiligt werden darf.
In den letzten Jahren geht die Schere zwischen Vermögenden und Armen immer
weiter auseinander. Immer mehr Menschen verarmen massiv während gleichzei-
tig die Anzahl der Milliardäre und Millionäre ansteigt.
Herrscht Chancengleichheit oder Gerechtigkeit?
Jeder aktiv am Wirtschaftsleben Beteiligte - schaffe er Werte als Arbeitgeber o-
der Arbeitnehmer - verdient einen bestimmten Eurobetrag pro Zeiteinheit. Der
Arbeitgeber zieht seinen Gewinn aus seinem Unternehmen, der Arbeitsnehmer
hat einen kumulierten*1) oder tariflich vereinbarten Stundenlohn.
Die Menschen sind eben nicht gleich, deshalb verdient ein hoher Leis-
tungsträger auch wesentlich mehr Geld als ein ungelernter Arbeitnehmer.
Das ist in Ordnung.
Wie hoch aber ist das gemittelt pro Stunde anfallende Honorar dieser
Hochleistungsträger?
Nehmen wir den Buhmann der Nation Josef Ackermann. Er verdiente im Jahr
2007 11,9 Millionen Euro. Sie seien ihm gegönnt. 11.900.000 geteilt durch 50
Wochen mehr als zwei Wochen wird er keinen Urlaub machen sind 238.000
pro Woche. Diesen wöchentlichen Verdienst teilt man durch 80 Stunden, er
macht ja nichts anderes als sich mit seiner Arbeit zu beschäftigen. Wir rechnen
238.000 geteilt durch 80 Arbeitsstunden. Das macht 2.975 Verdienst pro
Stunde. Soweit so gut. Andere verdienen nur 5 die Stunde.
Nehmen wir einmal an, es gäbe den bis jetzt verweigerten allgemeinen Mindest-
lohn von 10 die Stunde. Das sind 0,34 % des Verdienstes eines Bankmana-
gers. Es sei dahingestellt, ob die Entlohnung einfacher Arbeit oder Managerleis-
tung so große Differenzen aufweisen darf.
Der durchschnittliche IQ aller Deutschen, der Arbeiter und der Manager liegt bei
100 Punkten, also relativ dicht beieinander. Aber auch ein Stundenlohn von
3.000 sei unseren Hochleistungsträgern vergönnt. Wir wollen keine Neiddebat-
te entfachen.
Geht man davon aus, dass ein Arbeitgeber, der sein Unternehmen selbst aufge-
baut hat, 3.000 als Verdienst pro Stunde für sich generiert, so sind das 3.000
pro Stunde mal 80 Wochenstunden mal 50 Wochen pro Jahr mal 40 Jahre
durchschnittliche lebenslange Erwerbstätigkeit, so kommen wir auf ein Vermö-
gen von 480.000.000 . Das sind 0,5 Milliarden Euro, die ein Mensch ehrlicher-
und redlicherweise in seinem Leben verdienen kann. Geht man jetzt noch davon
aus, dass er eine Milliarde Euro geerbt hat, so sei ihm auch das gegönnt.
Von 1,5 Milliarden muss man die Hälfte wieder abziehen, die an Steuern, sons-
tigen Abgaben und für den Lebensunterhalt - man lebt sicherlich nicht wie ein
ALG II Empfänger - aufgebraucht werden.Die Summe von 750 Millionen Euro ist
damit wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeflossen.
Ein Mensch in unserer Gesellschaft kann also maximal 0,75 Milliarden Euro von
seinen 1,5 Milliarden Euro - verdienten und geerbten - Vermögens in seinem
Leben horten. 2007 gab es in Deutschland geschätzte 122 Milliardäre.
Das ist Raub an der Allgemeinheit. Diese Konzentration von Vermögen kann nur
erworben werden, wenn andere Wirtschaftsteilnehmer massiv benachteiligt wer-
den. Den Spekulationsgewinnen an den Börsen steht immer eine reale Arbeits-
leistung gegenüber. Wenn der eine hohe Boni bezieht, ist für den anderen keine
Erhöhung des Tarifvertrages mehr möglich.In dem Maße wie hier das Vermögen
angehäuft wird, sei es durch exorbitante Gewinne an monetären Spekulationen -
man denke nur an die Warenterminbörsen, bei denen auf Lebensmittel ein Wett-
einsatz gegeben wird - sei es durch Profitgier in den Unternehmen - eine Rendite
unter 20 % ist nicht mehr wirtschaftlich - bleiben immer mehr Menschen auf der
Strecke und immer weniger können sich die Gewinne teilen.
Wer arbeitet kann kein richtiges Geld damit verdienen, stattdessen ist Casino
angesagt.
Die in den letzten 10 Jahren gemachten Wirtschaftsgesetze sorgen dafür, dass
Global Player und Unternehmer sich immer höhere Profite zugestehen können,
und dieses auf Kosten der Lohn- und der Lohnnebenkosten. Das ist staatlich
sanktionierter Raub am Volkseinkommen.
Die Manager dieser Super-super-Leistungsträger-Milliardäre und Vielmillionäre
bekommen als Wasserträger der Kapitalistengötter bei einer Rendite von 20 %
natürlich ihre exorbitanten Boni. Fällt denn Niemandem in Ihrer demokratischen
Regierung auf, dass Boni und sonstige Sonderzahlungen nur deshalb so hoch
ausfallen können, weil gleichzeitig an den Kosten, sprich Löhnen und Gehältern
gespart wird? Die lohnabhängig Beschäftigten werden von den sogenannten
Eliten und Leistungsträgern betrogen. Und dieser Raubbau und Betrug wird
staatlich gefördert!
Der Staat soll sich weiter um die Armen kümmern, aber nur von den Steuern, die
die Armen noch zahlen können.
Richtig? Reichensteuer? Besteuerung von Unternehmenveräußerungen? Erb-
schaftssteuer? Finanztransaktionssteuer?
Statt dessen Leistungsentzug bei den abhängig Beschäftigten, bei den prekär
Entlohnten, bei den Hartz IV-lern, bei Rentnern und Krankenkassen-
Pflichtversicherten. Und damit ist noch nicht die Sippeninhaftnehmung vieler
Kinder, die das Pech hatten, in eine arme Familie hineingeboren worden zu sein
und deshalb, allein wegen Wegfall von Kindergeld und Elterngeld, weniger
Chancen auf Bildung haben, mit angesprochen.
Was macht den großen Unterschied, ob man Gewinner oder Verlierer in unse-
rem Volk wird? Bürgerarbeit und Managerpositionen wer ist Leistungsträger?
Bei gleicher Qualifikation bestehen Chancen, entweder für sein nacktes Überle-
ben Bürgerarbeit für alle leisten zu müssen oder bei bis zu 3.000 Stundenga-
ge die Gewinne für die Superreichen abschöpfen zu dürfen.
Bildung ist kein Garant in diesem Staat selbstbestimmt leben zu können, auch
wenn Sie noch so oft die Bildungsrepublik ausrufen und einen Verschiebebahn-
hof der Zuständigkeiten veranstalten. Den Wenigsten hilft es.
Ellenbogen statt Bildung und reiche Herkunft entscheiden, ob man Schmarotzer
oder elitäres Mitglied der Leistungsträger sein darf. Das ist Sozialdarwinismus
pur, Frau Dr. Merkel. Soziale Marktwirtschaft sieht anders aus.
Schmarotzer und Eliten wer lebt in spätrömischer Dekadenz?
In unserem Land müssen weder Eliten noch Schmarotzer arbeiten. Sie unter-
scheiden sich nur dadurch, von wem sie ihr Geld - zum Überleben oder zum
fürstlich Hofhalten - bekommen.
Eliten müssen nicht arbeiten, sie leben von ihrem leistungsfreien Einkommen in
Form von Besitztümern und Kapital. Beides ist, wie schon oben dargestellt, den
Arbeitnehmern und dem Staat geraubt.
Sogenannte Schmarotzer werden um ihre Arbeit gebracht und müssen für
Selbstverständlichkeiten wie einen Platz zum Leben und Grundbedürfnisse wie
Essen und Trinken in den Argen bürgerliche Ehrenrechte für eine Grundsiche-
rung verkaufen.
Unsere Regierung, besonders Sie, Frau Dr. Merkel, soll Schaden vom Volk ab-
wehren, den Nutzen mehren usw. So haben Sie es gelobt, so wahr Ihnen Gott
helfe! Gehören nur noch Milliardäre und Millionäre und reich belohnte Wasser-
träger zu dem Volk, welches Sie vertreten? Die Regierung, die Politik, hat das
Vertrauen der meisten Bürger verloren. Sie kann sich nur noch über immer
mehr, dem Grundgesetz widersprechenden Ermächtigungsgesetzen halten.
Die Hoffnung, dass das Bundesverfassungsgericht eingreift, wird auch immer
geringer. Denn auch die Justiz wird von Ihnen, der Exekutive eingesetzt, und ist
damit nur bedingt unabhängig. Quo vadis Deutschland?
Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,
wie wollen Sie in die Geschichte eingehen? Noch haben Sie wenigstens die
Chance, zu versuchen, das Richtige für alle Deutschen zu tun. Ihre Beschwö-
rung des Wachstums bringt der Bevölkerung rein gar nichts. Exporteure weltweit
freuen sich darüber. Die einfachen Menschen schuften für den Export. Die ande-
ren Staaten können die Schulden bei deutschen Exporteuren nicht mehr zahlen.
Also muss der deutsche Michel nun auch noch diese Schulden begleichen.
Oder wähnen Sie sich, wie Ihr Vizekanzler, im Rom der Kaiserzeit. Dort gab es
Leibeigene/Sklaven, die nicht zum Volk zählten, und Bürger Roms, der Stadt und
des Erdkreises, die sich in ihrem Reichtum eingerichtet hatten und Almosen für
den städtischen Plebs bereit hielten. Brot und Spiele. Ist es das?
Ein bisschen Zivilcourage in Ihrer Position täte uns Deutschen und auch Ihnen
gut. Sie haben die Wahl.
Mit freundlichen Grüßen
Eva Scherrer
Eva Scherrer lebt in Hessen. Sie hat viel gelernt,
studiert und sich weitergebildet, viel
gearbeitet und auch gut verdient - bis der
Job verloren ging.
KommentareInaktives Mitglied16.07.2010 21:12
merkel?







