Nicht besonders freundliche Gedanken um Mitternacht.
Im Thema: Alter & Rente
von: Inaktives Mitglied
erstellt am: 19.05.2011

von: Inaktives Mitglied
erstellt am: 19.05.2011

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Schlaflose Nacht.
Er konnte nicht schlafen. Es war wieder eine von den Nächten, wo durch den Kopf schossen ihm nicht besonders freundliche Gedanken.Er dachte darüber, wie aufregend war ein Kind zu sein, die Welt zu entdecken, eigene Erfahrungen zu sammeln. Jeden Tag war ein besonderer Tag. Er hat sich niemals gelangweilt. Er war Energie- und- Temperamentvoll.
Danach kam die Jugend. Was war das für eine Phase!
Es war nicht immer leicht. Manchmal sehr schwierig. Aber auch die Phase seines Lebens war sehr aufregend. Das Leben stand offen. Es war schwierig den richtigen Weg zu finden, aber auch das hat er geschafft.
Danach kam Erwachsenenleben. Voll von Verantwortungen nicht nur für ihn selbst. Trotzdem jeden Tag war anders als der nächste. Manchmal war in seinem Leben so viel Chaos, dass er sich nach Ruhestand sehnte.
Die Menschen, die ihn durch sein Leben begleitet haben, seine Familie, seine Freunde haben ihm jeden Tag bereichert.
Es gab auch verrückte Zeiten...schöne Zeiten...schwere Zeiten...Zeiten mit Schicksalsschlägen...mit Liebe und Kindern...mit Arbeit...Fleiß und Tränen...
Ja...sein Leben war so bunt und manchmal drehte sich so schnell, dass ihm die Luft im Rachen stehen geblieben gewesen ist...
Verrückte Zeiten - dachte er.
Er sass und dachte darüber, dass er nicht bemerkt hat, wann sein Leben in den heutigen Zustand geworden gewesen ist?
Damals oft hat er sich auf Ruhestand gesehnt...heute ist er in Ruhestand und weiß nicht mehr.
Obwohl er kann noch viel im Leben schaffen, er hat keine Lust dafür. Er merkt, dass sein Leben nicht mehr so aufregen ist, wie damals, als er jung war.
Die alte, treue Freunde rufen ihn ab und zu an und wollen mit ihm sich treffen. Er will das aber nicht.
Er sitzt hier, statt mit ihnen über die alten guten Zeiten reden. Was sollte er eigentlich sagen? Das er schon in Ruhestand ist und sein Leben macht ihm keinen Spaß mehr?
Das er die frische seiner Seele verloren hat? Das alles kennt er und nichts regt ihn an , wie früher?
Das er mit Neid die Jungen beobachtet, für die noch das unbekannte Leben offen steht und sie regt pausenlos an?
Ihn regt nichts mehr an. Alles bekannt. Zu viel erlebt und zu viel gesehen.
Er wehrt sich vor dem Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens. Er strebt nach Herausforderungen. Die sind immer höher. Er schafft sie alle vorbildlich. Aber wo ist die Freude dabei, die früher bei jedem Quatsch war?
Seine Freunde und Bekannte bewundern ihn. Sie bewundern seine Mut und Kompromisslosigkeit bei seine Herausforderungen. Dass er alles schafft, was er vornimmt.
Wenn sie wüssten, dass er das alles nur deswegen macht, dass er nach dem frischen Gefühl von damals sucht, als ihm jeder Unsinn wichtig und interessant war.
Wo ist das? Warum ist er so taub? Es kommt nie wieder? Gibt noch was im Leben, was ihm den Kick wieder verursachen kann?
Frage über Fragen. Darüber denkt er in der Nächten, wie heute, wenn er stumm liegt und nicht schlafen kann.
Wird er noch irgendwann die Neugier und die Reinheit des Lebens empfinden können? Um was noch kann sich seine Welt drehen?
Er sehnt sich so sehr danach.
Irgendwo am 19.05.2011
© von " NA UND?" geschrieben.
Kommentarekerstin d,19.05.2011 16:05
schöne geschichte
Und ich glaube ganz fest daran, das es diesen "Kick", nach dem wir uns so sehr sehnen noch einmal gibt. - Bald? - Irgendwann...., irgendwo...., ganz bestimmt. - Wir müssen nur offen sein, neue unbekannte Wege zu gehen!
Jeder Schicksalsschlag nimmt ein Stück der Leichtigkeit des "Seins", fügt ein Stück Schwermut stattdessen hinzu.
Es muß nicht immer der Tod eines geliebten Menschen sein, es kann ein Unglück sein, wie ein Einbruch ins eigene Haus, Dinge sind weg, an denen man hing, unersetzlich, nicht vom Wert, aber vom Wert der Erinnerung.
Ich kann nur von meiner Seite aus mitfühlen, denn es beginnt damit, wenn die Kinder aus dem Haus gehen, das Wermutströpfchen jetzt älter zu sein hat sich eingeschlichen.
Kommen dann Enkel, ist es wieder eine fröhlichere Zeit.
Verliert man seine Arbeit, was in der heutigen Zeit keine Seltenheit ist, fühlt man sich verstoßen, nichtsnutz, unwürdig, es fängt an, kalt um die Seele zu werden.
Man erlebt all diese schrecklichen Geschehnisse auf der ganzen Welt,
und in der Lage zuckt man mit den Schultern und denkt: Und wer hat Mitleid mit mir?
Oder man wird durch Etwas arbeitsunfähig von heute auf morgen, aus dem ASltgwohnten herausgerissen, einfach in Rente geschickt, wie fühlt man dann??
Wo bleibt das Selbstbewußtsein, die Stärke, die einem immer sagte: DU schaffst das schon...
Nicht umsonst gibt es den Spruch:
Mitleid bekommst du umsonst,
Neid muß man sich verdienen.
Und das ist wirklich so. Zuerst kommen noch ehm. Kollegen, bemitleiden einen, langsam werden es immer weniger und die, die noch kommen sagen: Du hast es doch gut, hast deine Rente, brauchst dir keine Sorgen zu machen und dann erfährst du durch Zufall das einer von ihnen sagt:
Was will er denn, es geht ihm doch finanzeill gut, aber wir, wir müssen noch weiter kämpfen um unsere Arbeit, unser Überleben.
Und ann kommen solche Gedanken: UND das soll es jetzt gewesen sein??
Fröhlichkeit ist ein seltener Gast geworden, man sucht ihn meist vergebens.
Leichtigkeit ist vorbei.
Aber Neid um die Jungen, nein, eher Mitleid, denn ihnen wird es genauso ergehen, evtl. etwas anders, aber das Ende ist meist das Gleiche.
Noch ist es bei mir nicht so weit, dafür bin ich dankbar. Aber dein Artikel hat mich mal wieder wach gemacht, um nachzudeneken, wieviel Zeit haben wir denn noch?
Noch schaue ich nicht in die Zeitung und lese die Todesanzeigen, noch suche ich nach Geschichten, die mich erheitern sollen.
Nur hier, hier finde ich sie bestimmt nicht mehr.
Danke für Deine Geschichte, ich glaube, sie bedarf keiner Fortsetzung.
die Nina war mal hier bei PN und hiess Ewa. Auch hier hat sie sich sehr schnell durch ihre ordinäre und z.T. dumme Art unbeliebt gemacht und flog raus.
Ich würde Dir empfehlen, aus dem SN auszutreten und dich mit neuem Namen und neuem Foto neu anzumelden.
Dieser Frau ist nicht beizukommen - sie ist psychisch krank.
Ich hoffe, das ich Dir mit diesen Hinweisen helfen konnte.
Du kannst Dich natürlich auch bei den SN-Betreibern beschweren -
vielleicht fliegt sie auch dort raus....
Lieben Gruss und einen schönen Restsonntag wünscht
Christine








