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Tier & Natur

Tagebuch eines Katzen-Butlers - Teil 3


Im Thema: Tier & Natur
von: Inaktives Mitglied
erstellt am: 10.03.2010

8 Bewertungen: (ø 3.8)
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298 mal gelesen


Ein alter Stratege ist er schon..............

Der Kaffee ist getrunken, die Zeitung „fast“ gelesen und die Überreste von Katerchens Wurgserei sind ebenfalls entsorgt. ER sitzt natürlich mitten auf der Zeitung, die inzwischen ein paar Knickfalten mehr hat, schaut kurz auf, als ich wieder zur Tür reinkomme und ich begebe mich leise motzend, ob der Spuckerei seiner Durchlaucht, wieder auf die Couch. ER putzt sich weiter als wenn nix gewesen wäre – so nach dem Motto: „Wozu hat man denn die Dienerschaft............“

Katerchen kommt übrigens aus dem Tierheim und ist ein Vielfrass – bleibt die Frage ob er dort unter Seinesgleichen um das Futter kämpfen musste oder einfach nur ein typischer „Speier“ ist. Diese Frage hat mich schon oft beschäftigt aber die Antwort ist nach wie vor offen. Mache ich den Fressnapf etwas voller als gewöhnlich, frisst der Kerl zunächst mal wie ein Vorkoster und dann innerhalb kurzer Unterbrechungsphasen, fängt er an reinzustopfen, bis....... Das kann gut gehen – muss es aber nicht. Da können sogar 2 Katzenstängelchen zum Verhängnis werden.

Wie dem auch sei – er bekommt prinzipiell nur wenig und das Wenige teilt er sich dann komischerweise noch ein. Stelle nur fest, dass ich noch keine Katze hatte, die so viel gespuckt hat, wie er.

Doch zurück zum eigentliche Thema......

Nachdem ich wieder Platz genommen habe und das Kerlchen einen Moment lang bei seiner intensiven Putzerei beobachte, entfleucht mir plötzlich der Satz: „Du, sag´ mal, spricht was dagegen, wenn ich meine Zeitung weiter lese?“........... Katerchen schaut mich kurz an, schiebt sein Köpfchen nach vorne und schnuppert in meinem Gesicht. Seine raue Zunge fährt mir zweimal über die Nasenlöcher und ich werfe instinktiv den Kopf nach hinten und lehne mich an das Rückenpolster der Couch. Das war ja nun wirklich ekelhaft.......... – na ja, Taschentuch und abwischen. Während ich versuche Sitzenderweise das Tüchlein wieder in der Hosentasche verschwinden zu lassen, sieht Katerchen seine Stunde gekommen.

Nix mehr mit Putzen – neeeee . Die Gelegenheit kommt nicht mehr so schnell wieder – Herrchens Schoß ist völlig frei. Behände erklimmt er den Platz, stützt sich mit den Vorderpfötchen auf meinem Brustkasten ab und reibt voller Inbrunst sein Köpfchen an meinem Gesicht und - dass er dabei meine Brille fast runterwirft, stört den kleinen Kobold absolut nicht. Ich gebe mich geschlagen und streiche – mehr aus Gewohnheit - über sein Fell, was nur noch mehr Motivation hervor ruft. Gedankenverloren starre ich die gegenüber liegende Wand an, während Katerchen versucht, sich auf meiner fast schon flachliegenden Brust inklusive dem Bauch häuslich nieder zu lassen.

Wouuuuhhh..... – Akupunktur der besonderen Art. Katerchen versucht mit Hilfe seiner Krallen einen vernünftigen Halt auf meiner doch eher schräg nach oben gehenden Brust zu finden. Eine seiner Vorderpfötchen reicht mir bis zur Schulter, bevor die Krallen sich in mein Hemd und die darunter liegende Haut hinein bohren. Ich versuche auszugleichen er setzt nach. Etwas schmerzhaft das Ganze aber irgendwann ist es geschafft und die Krallen haben am Hemd genügend Halt gefunden.

Den Körper langgestreckt und mit den Hinterpfötchen wegen Rutschgefahr noch etwas auf meinen Oberschenkeln nachkorrigiert, legt Katerchen sein Köpfchen, einem Hund gleich, auf meine Brust. Er schnurrt zufrieden vor sich hin, schließt die Augen und ich habe keine Lust mehr aufzustehen. Meine Arme liegen kraftlos neben mir, das Schnurren von Katerchen wird immer schwächer und irgendwann schließe auch ich die Augen und verfalle in eine Art Dämmerzustand, der aber nach einer gewissen Zeit gnadenlos abgebrochen wird.

Weiß der Kuckkuck, was in diesem Temperamentsbündel von Katerchen so vor sich geht. Urplötzlich erhebt er sich, packt meinen rechten Arm, der nach wie vor in Ruhestellung liegt und fängt an zu Reiten.. Immer das gleiche Spiel – wann kapiert der kleine Lustmolch endlich mal, dass ich.............. Zwecklos, er kapiert wohl gar nix und sieht nur seine Vorteile. Nehme Katerchen, der lauthals protestiert und befördere ihn zunächst mal wieder auf meine Brust. Er lässt es sich gefallen und schaut mich nur verduzt an. Ein paar beruhigende Worte samt Streicheleinheiten lassen ihn zur Ruhe kommen.

Schummerstündchen also gelaufen, Katerchen springt auf den Boden, putzt sich demonstrativ und ich erhebe mich vorsichtig von der Couch - die Knochen sind für solcherlei Veranstaltungen nun doch nicht mehr die jüngsten, was ich schmerzhaft spüre und mir einfällt, dass ich ja noch meine ärztlich verordneten Gymnastikübungen machen muss. Begebe mich Richtung Bad um mich etwas frisch zu machen und Katerchen zeigt mir wie immer, den Weg. Putzen ist jetzt zweitrangig – draußen gibt es bestimmt interessanteres.

Klar doch – während ich mich kämme, knappert Katerchen das Toilettenpapier an. Sssssscccchhhhht..., mache ich und Katerchen schießtt förmlich hinter mir vorbei und verlässt mit motzenden Lauten fluchtartig das Badezimmer.

Im Flur und in der Hocke sitzend wartet er auf mich und rennt genauso schnell ins Wohnzimmer als ich die Tür öffne. Dort zum Balkon und - Gegend beobachten.

Der Arzt hat mir eine Bedienungsanleitung mitgegeben, damit ich gymnastische Übungen machen kann und diese beginnen Liegenderweise. Also, Katerchen ist mit Fenstergucken beschäftigt und ich lege mich auf die Couch.

Was habe ich bloß falsch gemacht – kaum dass ich liege, habe ich Katerchen über mir und der fängt an zu kneten. Nun hat der Arzt aber nix von Bauchmassage gesagt – also runter mit dem Kerl. Es muss doch auch mal ohne ihn gehen............

Scheinbar nicht – neugierig taucht das Köpfchen von ihm neben mir auf. Aufgestützt auf der Couchkante, geht sein Blick Richtung Lieblingsplatz (mein Bauch.....) und dann schaut er mich an. Ein deutliches „Nein“ und Katerchen lässt seine Pfötchen samt Kopf langsam nach unten gleiten, dreht eine Runde um den Couchtisch und noch eine um schließlich und entschlossen am Fußende einen erneuten Versuch zu wagen. Er am Fußende und ich am Kopfende, treffen sich unsere Blicke. Eher zögerlich bewegt sich der Gnom in meine Richtung, schnuppert mir im Gesicht rum, reibt sich an meiner Backe und schnurrt voller Friedenswillen vor sich hin.

Bist nicht mehr bös´, Alter, gelle...........? So könnte es wohl klingen, wenn er sprechen würde und ich streiche ihm leicht über den Kopf. Dass so keine gymnastischen Übungen gemacht werden können ist mir inzwischen klar, zumal Katerchen mein Streicheln wohl auch als Friedenseingeständnis verstanden hat - aber falsch interpretiert.

Schluss mit Lustig - Friedensverhandlung erfolgreich, Eroberung kann weiter gehen. Ganz vorsichtig erklimmt Katerchen meinen Bauch, schaut mich groß an, reibt noch mal den Kopf an meiner Nase ab und lässt sich ebenso vorsichtig nieder, wie er hochkam. Unsere Blicke treffen sich wieder und ich beobachte inzwischen mehr amüsiert, als genervt, was sich da abspielt. Immerhin bleiben mir beim Versuch von Katerchen, sich einzurichten, seine scharfen nach Halt suchenden Krallen erspart. Er schiebt lediglich ein Vorderpfötchen nach vorne und stößt an meinen Hals, doch das berührt ihn weniger. Wichtig ist die richtige Lage und dann wird sein Kopf kurzerhand auch nach vorn gelegt und flachgemacht.

Er schaut mich an, ich schaue in seine Kulleraugen und er weiß wohl nicht – soll er oder soll er nicht................ mehrmals blinzelt er, doch irgendwann schließt er dann die Augen.

Resümee. Strategisch vorgegangen, Gegner erfolgreich überrumpelt..........................

Im weiteren Verlauf bleibt mir wirklich nichts anderes übrig als mich von dem mit List und Tücke ausstaffierten Strategen zu befreien, mein Kissen zu nehmen und das zu vollführen, was der Arzt mittels Anleitung vorgegeben hat. Also, raus in die Küche, Kissen frustriert auf den Boden gelegt und, und, und......

Höre Katerchen zwar im Zimmer miauen aber – der beruhigt sich auch wieder. Als ich später ins Zimmer zurückkehre, liegt seine Majestät zusammengerollt auf seinem Schlafplatz und lässt sich von nix mehr beirren – auch nicht von mir.

Ob er wohl davon träumt, was ich noch alles bei ihm lernen soll oder muss............?

Kleiner, liebenswerter Schelm................ – ohne Dich wäre hier doch nur noch gähnende Leere.

Fortsetzung folgt................
IconKommentare

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied10.03.2010 12:18
katzen

ich fange an, mich an katzen zu gewöhnen *ggg*
5 *****

Ute  Sy
Ute Sy10.03.2010 12:30
War jetzt

sechs Jahre lang ohne Katzen, aber die zwei 7jährigen Damen, die bei mir eingezogen sind, halten mich wieder auf Trab, inklusive Entspannungsstündchen ...
Gesperrtes Mitglied
Gesperrtes Mitglied10.03.2010 13:46
Mein Katerchen

fands unsinnig, heute bei der Kälte, aber Sonnenschein, Fenster zu putzen,
Warum mit dem Abzieher übers Glas???
Damit könnte "man" doch viel schöner spielen.
Pfote ins Putzwasser getaucht.......hmmmm, ziemlich warm.........wos draußen doch kalt ist.
Herrchen ist wohl dumm, wos doch soooooooooo viel Schöneres in einem Kateznleben gibt.....
und was bei meinem Katerchen wieder rauskommt, kommt durch das fehlende Gras ( bei dieser Jahreszeit) die er braucht, um seine "Putzwolle" die unverdaulich ist, wieder nach oben zu befördern.
Katzengras im Baumarkt kaufen....war nicht, aber Katzengrassamen.
Gesät, es wächst innerhalb von 3 Tagen und Katerchen knabbert eifrig dran und die "Würgeknäul" sind versiegt:
Ein Leben ohne Katzen?? Für mich unvorstellbar!!
*****

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied11.03.2010 20:38
Herrlich..

jeder Mensch, der mit einer Katze lebt..und sie liebt..findet sich wieder.
Gesperrtes Mitglied
Gesperrtes Mitglied14.03.2010 01:30
Nur dann - wenn!

Nur eine gegrillte Katze ist eine gute Katze.

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