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Gesundheit

Tod eines Kettenrauchers


Im Thema: Gesundheit
von: Hardy Schneck
erstellt am: 17.05.2010

6 Bewertungen: (ø 3.2)
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317 mal gelesen


Mein Schulkamerad Gert hatte alles im Leben erreicht, doch der Tabak machte ihm früh ein elendiges Ende

Im Oktober 2004 besuchte ich als Personalratsmitglied einen Arbeitskollegen im Krankenhaus. Als ich die Klinik (HNO) verließ, bemerkte ich außen am Portal eine verhärmte Gestalt im Bademantel die eine mobile Infusionsanlage neben sich hatte. Der Mann rauchte eine Zigarette und sprach mich plötzlich mit Namen an. Erstaunt sah ich ihn an und fragte wer er sei. "Ich bin's, der Gert!" Ich schüttelte den Kopf, konnte mir immer noch keinen Reim auf ihn machen. "Der Gert vom Springbrunnen", meinte er. "Mensch, du?" Ja jetzt dämmerte es mir, Gert hatte eine gut gehende Kneipe namens 'Zum Springbrunnen' in unserer Altstadt. Über 35 Jahre betrieb er dieses Lokal, welches er von seinen Eltern übernommen hatte. Ich drückte seine Hand:"Mein Gott, was ist denn mit dir?" fragte ich ihn. "Es ist aus mit mir, ich habe Streukrebs!" Nach einer Schockpause fragte ich ihn seit wann er die Krankheit hätte und worauf sie zurück zu führen sei. "Hier ist mein Todesurteil", meinte er und zeigte mir seine Zigarette. "Dieses verfluchte Dreckding hat mir den Krebs gebracht. 80 bis 100 Stück am Tag, dazu den Qualm unzähliger Raucher in der Kneipe, kaum Schlaf und dazu noch der Alkohol, das alles zusammen bringt mich jetzt um." Gert hatte fast alles erreicht. Eine hübsche Ehefrau aus Thailand, zwei Kinder, Sportwagen und Harley, einen Bungalow in Bradenton (Florida), ein Haus in der Heimatstadt und
Geld wie Heu.Das alles hatte ihm sein Freund "Marlborough" nun genommen. "Mich besucht kaum jemand von unseren ehemaligen Schulkameraden, ist mir jetzt auch egal", stöhnte er. "Und was machst du so? Rauchst du noch?" Ich verneinte und er sagte das ist schön. "Kann man nichts mehr machen? "fragte ich ihn. "Ich habe schon zig Operationen hinter mir es begann mit Halsweh und Atemnot, dann kam die Diagnose 'Kehlkopf-und Speiseröhrenkrebs. Seit zwei Jahren schleppe ich mich von Krankenhaus zu Krankenhaus. Die Kneipe ist verkauft, die Kosten für die Krankenhausaufenthalte kosten viel Geld, jetzt helfen selbst Millionen nichts mehr."Mit Tränen in den Augen wendete er seinen ausgemerkelten Körper und begab sich in den Empfangsbereich des Krankenhauses wo er mir nochmals die Hand gab, die kraftlos und dünn war. "Ich ruf dich mal an, wenn ich wieder zu Hause bin" meinte er. Er hat nie angerufen. Drei Monate später las ich seine Todesanzeige in der lokalen Tageszeitung. Ich war auf seiner Urnenbestattung. "Ruhe in Frieden Gert".

P.S. Sollte meine Erzählung auch nur einen Raucher von seiner Sucht befreien, so hat sich der Bericht gelohnt.
IconKommentare

Hardy Schneck
Hardy Schneck17.05.2010 00:35
Rauchertod

Gert wurde nur 56 Jahre alt!
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied17.05.2010 07:17
dann hab ich noch zwei Jahre :-)

oder mehr ...ich habe dreißig Jahre sehr stark geraucht, mit 11 angefangen (zu paffen), mit 41 wieder aufgehört, von heute auf morgen. Es war ein Versprechen, was ich als Kind meiner Mutter mal gegeben hatte.
Heute, 13 Jahre "clean" würde ich nie wieder damit anfangen.
Aber die vergiftete Umwelt schafft uns auch so ...smile

Geperrtes  Mitglied
Geperrtes Mitglied17.05.2010 11:30
Unverständnis

Wer nicht süchtig ist, wird es nie verstehen. Ich rauche nicht, habe noch nie geraucht.
romay badoeyn
romay badoeyn18.05.2010 11:37
Raucher

Liebe Asray: Gratulation! du hast den Absprung früh genug geschafft.
Ich bin traurig, weil meine Kinder so viel rauchen. Ich hab nie geraucht, wohl aber der Vater meiner Kinder. Sie sagen, ich verstehe sie nicht, da kann man nichts machen und manche werden mit Nikotin 100. (s. Helmut und Loki)
Und m.E. ist die "vergiftete Umwelt" eine Ausrede.

Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied18.05.2010 17:46
Jede Sucht

endet tödlich.
Ob es nun Raucher, Trinker, DrogenAbhänige sind,
oder der Hass der jemandem die Seele zerfrißt.
Wenn es im Kopf KLick macht, und man mit alledem aufhören kann, ist man evtl. sein eigener Lebensretter.

Hardy Schneck
Hardy Schneck18.05.2010 19:12
Suchtprobleme

Da stimme ich dir voll und ganz zu. Sucht führt in der Regel zu Krankheit und ggfs. vorzeitigem Tod. Es gibt Ausnahmen: Vegetarier! Ich kenne selbst zwei 'süchtige Vegetarier', die Unmengen von Gemüse, Salat und Obst vertilgen, aber das führt bestimmt nicht zum Tod. Und was ist mit "SEXSÜCHTIGEN"? OK da gibt es gewisse Krankheiten, die auch tödlich enden können (AIDS), aber dass jemand auf Grund der Sexsucht ernsthaft gefährdet ist, wer weiß?
Inaktives Mitglied
Inaktives Mitglied19.05.2010 10:26
Spätfolgen

Es macht mir Gänsehaut, diesen eindrucksvoll geschriebenen Artikel zu lesen. Habe selbst über zwanzig Jahre stark geraucht und wegen einer Wette damit aufgehört: du schaffst das ja doch nicht.
Aber ich habe es geschafft. Leider sind mir Atemwegsprobleme geblieben. Nie nie wieder will ich rauchen.

oliver dening
oliver dening20.05.2010 20:17
unglaube

mein vater hat sein ganzes leben geraucht,er ist nicht Daran verstorben,sondern an altersschwäche,nicht jede Sucht führt zu einem unmittebaren tod,ich bin nicht raucher und denke an das betagte ehepaar
schmid,sie rauchen ohne ende und sind fröhlich ,ist das nicht besser?
das leben ist ein risko,jeden ereilt das gleiche,ob mit oder ohne glimmstengel.

Geperrtes  Mitglied
Geperrtes Mitglied21.05.2010 07:26
Mein Partner

Starb nicht durch Kettenrauchen, sondern an Hep. C das in einer Bluttransfusion war...es gibt Raucherbeine die nioch nie geraucht haben, Tennisarm ohne Tennis... krebs ohne kreuz
Sonj Schmidt
Sonj Schmidt28.05.2010 15:31
"Glashaus"

Hallo Hardy,

ich schreibe gerade ein Buch über Sucht. Deine Geschichte zeigt das ware Leben, was doch keiner sehen will.
"Wer in Galashaus sitzt....." und doch haben viele schon einen Stein in der Hand. Melde dich.

Sonja


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