Urlaub auf der Silberinsel
Im Thema: Klatsch & Tratsch
von: Der Kistenkater
erstellt am: 12.03.2010
von: Der Kistenkater
erstellt am: 12.03.2010
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Der Winter ist vorbei... die Fakes schmelzen dahin.
Den ollen Schnee kann ich allmählich nicht mehr sehen. Auch wenn ich in diesem Winter erstmals Skisprung vom Balkon in Nachbars Garten üben konnte, es muss doch wieder Frühling werden. Wie sieht es denn dieses Jahr mit Urlaub aus 'Sommer, Sonne, Strand'?Ach, ein Prospekt über die Silberinsel! Da war ich doch letztes Jahr im Urlaub. Was bieten die denn dieses Jahr an?
Was??! Fakecamp? 'Lassen Sie sich zur Sau machen!' Humorloses Abwatschen? Foodwatch: Tasmanischer Teufel durch Virus vom Aussterben bedroht? 'Wie baue ich nachts einen Vulkan, der Feuer spuckt, Gern auch ohne Not'?
Das kann doch nicht meine Ferieninsel sein! Wie hat das denn letztes Jahr für mich angefangen?
Ich hatte Stress im Job. Computerumstellung. Irgend ne Beta-Software, das alte gewohnte System war weg und das neue funktionierte nicht. 'Bananenware', reift beim Nutzer... Die Vorgesetzten wollten trotzdem Leistung, ignorierten die Kritik und ein paar Juppies wollten sich Liebkind machen beim Chef und schleimten so lange, bis meine Vorschläge gelöscht waren.
Da war ich reif für die Insel. Ich meldete mich krank und der Betriebsarzt verschrieb 3 Wochen Silberinsel mit Verlängerung im Bedarfsfall.
Mit meiner Zusatzversicherung konnte ich es mir leisten, den Kurlaub mit anonymen Daten anzutreten. Außer dem behandelnden Arzt kannte niemand meine Blutgruppe, die Zipperlein meiner Schwiegermutter und mein Nettogehalt.
Und das war gut so. Denn die Insulaner waren zwar freundlich, hatten aber noch nie eine elektronische Krankenkarte gefälscht oder Tesafilm auf einen Bankkartenchip geklebt. Da bekam jeder Kurgast zur Begrüßung ein Armband, auf dem die persönlichen Daten standen, so dass alle es lesen konnten.
Überhaupt war das System grad in einer überraschenden Umstellungsphase:
Die Insel war ursprünglich relativ dünn besiedelt und alles ging gemächlich voran. Ein paar Bäuerinnen ließen die Türe offen, wenn sie Kuchen gebacken hatten, und wenn die Kaffeekanne leer war, bekam der Besucher schon mal die Handmühle auf den Schoß. Bei den Fischerhütten gab es abends ein paar salzwassergekühlte Importbierflaschen und Rotwein aus den Eichenfässchen. Tagsüber sah man nie Betrunkene. Auch als ein Franke zugewandert war und Rauchbier als Inselbier verkaufte, änderte sich daran nichts.
Und dann kam plötzlich diese Seefahrerkrankheit (kinetosis platinosis). Von allen Schiffen, die in die Nähe der Silberinsel kamen, mussten Passagiere auf die Insel gebracht werden, weil sie wieder festen Boden unter den Füßen haben wollten, damit ihre Übelkeit aufhörte. (Standard-Diagnose 'Es war zum Kotzen!')
Das Gesundheitswesen der kleinen Insel war eigentlich überfordert. Die Insulaner erkrankten an vielen eingeschleppten Krankheiten, gegen die heutige Kreuzfahrer längst immun sind. Manche der Eingeborenen verschwanden einfach, andere begingen offen Selbstmord, viele mussten zur Behandlung in Spezialkliniken auf dem Festland, einige passten sich an, ganz wenige waren so widerstandsfähig, dass sie den alten Bräuchen treubleiben konnten.
Aber als ich meinen Kurlaub antrat, hatte längst das Internationale Schweitzer Kreuz und die UNO (Unidentified notorious occultists) für ein zeitgemäßes Gesundheitssystem gesorgt. Teils rekrutiert aus den Boatpeople (Gern OT, Hard-Win, Blawunsch, Sol-y-mar) gab es die Ersthelfer, bis ehrgeizige Kurärzte ihre Chancen erkannten, allen voran Dr Humorlos und Dr Mencke.
Ich habe mich dann gut erholt und meine Widerstandskräfte besserten sich, wobei nicht nur Mittel der Schulmedizin, sondern auch alternative oder gar obscure Methoden hilfreich waren.
Das war auch notwendig, denn das Reizklima der Silberinsel wurde immer bekannter und zog immer mehr schwer Erkrankte an, ja, am Schluss wimmelte es nur noch so von Unheilbaren, Scheintoten und Zombies.
Aber wie das so ist, um mit unserem Außenminister zu sprechen, 'spätrömische Dekadenz' hat ja auch ihre schönen Seiten. Also gab es Inselorgien, Massengelage, Sandburgenwettbewerbe, Tequila-Exzesse und kondomfreien Cybersex. Die Silberkneipe wurde aus dem Nichts gestampft, hatte einen kometenhaften Aufstieg am Aktienmarkt und wurde von Hoddentodden wieder verspekuliert.
Dramatisch war die Entwicklung bei Flora und Fauna auf der Insel. Ein illegal eingeführtes Hausschwein war nicht nur trächtig, sondern sogar niederträchtig. Die Nachkommenschaft büxte aus, verwilderte und vermehrte sich. Nachts war man manchmal nirgends mehr sicher auf der Silberinsel, die Gruppen wurden geschlossen und manche ballerten auf alles, was sich in den Forenwäldern bewegte.
Hätte nur noch gefehlt, dass auf der Silberinsel die Schweinegrippe ausgebrochen wäre.
Letztes Jahr hatte ich immer genügend Mäuse zum Urlaub Machen. Mal sehen, ob es dieses Jahr auch reicht. Die Kiste war wegen der Winterstürme mit Brettern zugenagelt. Vielleicht hat sie alles unbeschadet überstanden.
CopyLeft (wird nicht versilbert) by Rafael
KommentarePeter Braun12.03.2010 15:55
Kurlaub
Ich hoffe, dich öfter hier zu lesen mit solchen Artikeln und mit tiefsinnigen Beiträgen in den Foren ;)
Grüssle Pia
Vielen Dank dafür, Kistenkater.
*****
Liebe Grüße
Leni
wirklich nur ganz wenige sind ihren bräuchen treu geblieben.
sehr viele wurden infiziert... sind eingegangen..., haben sich in ihrem wahn, ins meer gestürzt und sind dort untergegangen. :-))
Schon mehrfach gesichtet ... aber entweder ein Gerücht oder der durchfahrende Zug nach nirgendwo.
SN hatte über den Winter mit Mopsbefall zu kämpfen.
Jetzt verstehe ich, warum die Silberinsel so verlassen wirkt...
Ja Rafael,im Gegensatz zu all den sogenannten "Zoffforen",ist es
pure Erholung,dieses zu lesen!Nett geschrieben mit Witz und etwas Ironie,so,wie man Dich kennt!
Nettes Artikelchen, wenngleich der Schreibstil mir doch bedenklich bekannt erscheint.
Die Insulaner haben im April 2009 meinen Schreibstil kennen gelernt. Die Boatpoeple haben sich schon früher darüber geärgert oder gefreut.
Nach genau 3 Monaten Winterpause erkenne ich manche Silberinsulaner wieder, andere scheinen neu zu sein, sind es vielleicht aber nicht.
Im Lauf des letzten Jahres gab es immer wieder überraschende Stimmungswechsel. Beim Kegelverein 'Platin-Hurra' kann man auch ausgeschlossen werden: Manche Mitglieder mit verständlichen Begründungen, andere dafür ganz ohne Begründung...
Natürlich verwirrt das manche Silberinsulaner. Und er erhofft sich Aufregung, Durcheinander, Vorwürfe.
Auf der Silberinsel hat er natürlich günstige Möglichkeiten. Anscheinend hat er dieses Spiel schon öfter getrieben
http://www.silbernetzwerk.de/foren/themen/Wer-ist-denn-das
wenn es wenigstens, wie auf Helgoland hier zollfreien Schnaps gäbe.....
aber anscheinend haben die Insulaner den schon selbst ausgesoffen.... und zum Schwarzbrennen fehlt ihnen das Talent....
Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps,
das haben sie von der Platinic gelernt...







