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Klatsch & Tratsch

neulich in der silberkneipe (3): bernd vögelt durch!


Im Thema: Klatsch & Tratsch
von: Inaktives Mitglied
erstellt am: 03.06.2009

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es war der abend nach dem abend des ICH-forums, und alle fragten sich: hat der bernd die flocke jetzt wirklich mal so richtig durchge....???

Neulich in der silberkneipe (3)


„n’abnd …“

Ich drückte grummelnd die tür hinter mir zu und schob mich auf den einzigen noch freien hocker am tresen, gleich vor der heute wieder mal zauberhaften auslage der silberwirtin. „bier und’n appelkorn.“

„gebrüder blattschuss, 1973“. Nina nickte neckisch und stellte mir mein begrüßungsgetränk vor die nase. „bist nicht gut drauf heute abend, hoddi?“

Ich brummte etwas in den bart, der dringend geschnitten werden musste. „wie du mich wieder durchschaust, nina.“ Ich seufzte tief. Ich fühlte mich wirklich nicht so toll, aber ich hatte absolut keine ahnung, wovon ich so geschlaucht sein konnte. Doch nicht nur von der comedy-show letzte nacht im silbernetzwerk, im ICH-forum.

„so schlimm?“ nina zapfte mir noch ein kölsch. „ist es ne frau, hoddi?“

„quatsch!“ ich blickte mich um. Am stammtisch der silberkneipe hockten jürgen c. und karl stülpner und hörten geraldo jacobs, der mit che-guevara-mütze am tischende saß und ihnen erklärte, wie man die weltrevolution doch noch ans laufen kriegte, zu. „der reine wahnsinn …“, seufzte nina.

„der ist auch schon da? Wo?“ Ich konnte ihn nicht entdecken. Carmen cheyenn spielte mit carmen der gauklerin doppelten kopf im spiegel, hans-im-glück zockte grade nika nachtwind und autor silber beim stud-poker ab, und mari juana drehte sich etwas rauchbares.

Am kleinen tisch ganz hinten hielt carla dechan einen vortrag über die eifersucht. Vor ihr lag ein geladener revolver.

„der rainer?“ die wirtin zuckte die schultern, die sie heute erstaunlich frei trug. „nee. wen suchst du denn?“

„na, die tante vom dieter such ich!“, knurrte ich. „sie wollte sich hier mit mir treffen.“

„vom … dieter?“, staunte nina, und von der seite fragte helmuth eberhard: „der dieter hat ooch‘n tantchen? In dem sein alter?“

Ich nickte. „ich bin mit ihr verabredet, weil sie mir eine total heiße story für die juli-ausgabe unseres SILBER-JOURNALS erzählen will.“

„ach ja, det neue majazinchen“, meinte helmuth. „det koof ick mir aber nich, ist langweilig …“

Ich hob eine braue wie mr. Spock und fixierte ihn tadelnd. „dann warte mal die neue ausgabe ab. Asray (warum war sie auch noch nicht da, wir hatten doch nachher redaktionssitzung im hinterstübchen) verrät darin ihre heißesten dusch-geheimnisse, und im preisrätsel kannst du auch gleich einen duschabend mit ihr gewinnen.“

„hechel!“, kam es von der anderen seite. Timo r. beugte sich neugierig zu uns herüber. „unter der dusche mit asray – is bestimmt besser als im bett mit madonna.“

„warste det denn schon?“, wollte helmuth wissen.

„warst du schon unter der dusche mir asray?“, fragte timo r. gegen. „na also!“

Am stammtisch schmetterten jürgen und karl und nika „ho-ho-ho-chi-minh!”, und stießen auf die weltrevolution an. Hans-im-glück raffte einige hundert-eure-scheine zusammen, und mari juana fing an sich auszuziehen, weil sie kein kleingeld mehr bei sich hatte. Carla verfolgte das alles mit eifersüchtigen blicken.

„und weiter?“, fragte helmuth. „wat is’n noch in dem heftchen drinne?“

„gabi k. flockes neuestes liebeshoroskop“, murmelte ich – und bekam einen stich in den magen. Was wollte er mir damit sagen? „aber ich warte auf die tante vom dieter …“

„wat wird denn det für ne jeschichte?“ ließ helmuth nicht locker. „wat jeilet?“

„die tante will mir verraten, wie dieter mac seinen humor los wurde“, erwiderte ich. „am telefon tat sie sehr geheimnisvoll, muss was ganz schlimmes gewesen sein. Irtgendwas mit einer beifahrerin“

Inzwischen hatte sich herumgesprochen, dass es einen duschabend mit asray q. zu gewinnen geben sollte, und die ersten silbernen begannen an der theke „asray, asray!“ zu skandieren.

„wo bleibt die denn heute?“, wunderte sich nina, die wirtin. „wohl wieder fotos machen mit dem gartenzwerg?“

„was?“, fragte einer, der neu hier war. „die asray tut’s mit nem gartenzwerg?“

Er bekam keine antwort, denn zu seinem glück öffnete sich jetzt die tür, und eine junge dame trat ein, die auch schon mal bessere tage gesehen haben musste.

„wie seid ihr den drauf?“, fragte sie in die baffe runde, als alle gespräche verstummt waren (bis auf geraldo, der noch mitten in den revolutionsvorbereitungen war). „wie…sagt es mir….ich verstehe euch nicht…“

„gabi k. flocke!“, freute sich der neue. „das muss die gabi k. flocke sein! Komisch, ich wusste gar nicht, dass sie sooo aussieht, hatte ich mir schöner vorgestellt ,nach ihrem bild.“

Helmuth belehrte den neuen, dass es sich bei der … äh … dame nicht um gabi k. flocke handle, sondern um julia meinwunsch, die wieder einmal für ihre GKF-parodie auf dem allwöchentlichen kaffeeklatsch ihres müttervereins probte.

„komm, julia!“, lud helmuth sie ein und machte platz. „komm her, mädel, rück an meine jrüne seite …“

„was willst du mir damit sagen…was…“ julia starrte ihn böse an. „du bist krank… und du weißt es…was willst du mir sagen…was…?“

„fast wie in echt!“, staunte nina. „noch’n kölsch, hoddi? Oder lieber en leckeres pils?“

Pils!

„danke, nina“, sagte ich. „das hätte ich fast vergessen.“ Ich nahm den beutel, den ich mitgebracht hatte, und reichte ihn ihr über die theke. „ich hab frische fliegenpilze im garten gefunden, kochst du mir ein süppchen davon?“

Sie schaute indigniert auf den beutel. „nee, mach das mal selber, hoddi. Da lass ich die finger von. Ich hab immer noch bauchweh von dem gulasch vom nachbarn, das du mir letztes mal mitgebracht hattest.“

Ich zuckte die schultern und nahm den ersten pilz aus dem beutel. Er roch würzig und schmeckte wie kalbfleisch. Helmuth bot mir etwas senf dazu an, aber ich lehnte dankend ab. Ich bin purist.

Nach zwei stunden war immer noch keine tante da, aber auch kein dieter. Ich fand es schade, denn ich hätte ihm so gern zu seinem gedicht vom abend gratuliert, das ich GANZ TOLL fand (ehrlich, dieter!)

Als wieder die tür ging, kam wieder ein bisschen hoffnung auf, aber es war nur der bernd, der sich auf allen vieren in die kneipe schleppte, schweißüberströmt und am ganzen leib zitternd.

„wat is’n mit dir, berni?“, staunte helmuth.

„ein bedaurenswertes opfer des internationalen kapitals!!!“ geraldo war aufgesprungen und zeigte mit zitterndem finger auf ihn. „von seinen bossen geprügelt und geschunden und …“

„ach halt die klappe!“, schrie bernd, als die eiligst beigesprungene yvresse ihm aufhalf. „von wegen bosse!“

„schlimmer?“, fragte nina. „etwa … oh nein … etwa der gernot? Hat er wieder für dich getanzt? Auffem tisch?“

„noch schlimmer!“, krächzte bernd. „noch viel schlimmer: gabi k. flocke!“

„Du warst doch nicht etwa bei ihr und hast sie …“ nina war empört. „nachdem du letzte nacht geschrieben hast, man sollte sie mal wieder ordentlich durchvögeln …“

„durchvögeln, ja!“, kreischte berndchen noch lauter. seine augen quollen hervor wie ausgedrückte mitesser. „so wie sich das gehört, damit sie mal von ihrem bescheuerten liebestrip runter kommt.“

Ich erinnerte mich! Letzte nacht in gabis ICH-forum … da hatte bernd geschrieben, dass …

„erzähl!“, jauchzte der neue begeistert. „du hast die flocke wirklich gevögelt? Du hast ihr gezeigt, wo der hammer hängt?“ er hechelte. „Und? Und? UND? Wie war es? Wie war SIE?“

„meine tropfen“, rief julia, sehr dezent röchelnd. „wo sind meine tropfen…wo…“

In diesem moment betrat tatsächlich auch sie die kneipe – gabi k. flocke in höchstselber person. Sie blieb im eingang stehen, erblickte den sich am boden windenden bernd, sah sich provokativ in der runde um und begann, triumphierend zu grinsen.

„venceremos!“, rief geraldo. „wir werden siegen!“

„ICH habe gesiegt!“,, verkündete GKF und hob eine faust zur decke. „denn ich bin anders als die andern…hallooo?...wie seid ihr denn drauf?...“ ihr blick traf wieder bernd, der vor entsetzen erstarrt war. „was willst du mir sagen, bernd … was….du bist kein mann, und du weißt es…du machst mich lachend…du wolltest mich durchvögeln…duuuu? DUUHUUU???“

„niemals wieder!“, kreischte bernd. „wo ist meine mami? die flocke war so gemein zu mir…!“

GKF zeigte mit dem zeigefinger stolz in die höhe, dann ließe sie ihn gaaaaanz langsam sinken und ziemlich jämmerlich krumm werden.

„jetzt versteh ick!“, tobte helmuth. „der bernd kat keenen hoch…“

„helmuth!“, fuhr ihn die silberwirtin an. „ihr männer seid doch so …“

„männer…“, zischte frau flocke. „männer sind dumm…halloo…wer braucht euch denn…wer…“

„richtig!“ nina machte das internationale siegeszeichen. „männer sind das letzte! Ich hasse die männer! Diese ungeheuer!“

„ich liiiieeeebe die männer!“, lachte GKF. „denn ich bin eine powerfrau…wer will eine powerfrau…wer…sagt es mir…ich verstehe euch nicht…welche frau braucht euch denn…“

„Asray! Asray!“, brüllten die männer im chor, außer geraldo jacobs, versteht sich. Dieser rief verzweifelt nach „Rosa! Rosa!“, aber alle frauen in der kneipe, angeführt und intoniert von nina, schallten plözlich im schrillsten sopran: „gabi! Gabi!“

Julia meinwunsch setzte sich daraufhin an den einzigen freien tisch und packte ihre autogrammkarten aus. Allerdings verirrte sich niemand zu IHR, was sie dann wohl auch einsah und sie zu der bitteren frage veranlasste: „wie seid ihr denn alle drauf…wie…was wollt ihr mir sagen…was…“

Und dann kam sie endlich. Die tür flog auf und gleich aus dem rahmen, als asray qu., von ihrer leib-und-magen-fotografin gartenzwerg knipsend umrundet wie die erde vom mond, den schauplatz betrat.

„in ordnung, jungs!“, rief sie mit quecksilberhaltiger stimmgewalt. „ich hab das städtische freibad für ein public dushing gemietet. Wer von euch will mit mir unter die brause gehen?“

Alle männer brüllten und sprangen auf. Dann, nach einigem zögern, auch die frauen, also eigentlich alle, bis auf …

„was willst du mir sagen, asray…was…“ Gabi k. flocke starrte sie mit dem liebevollsten blick an, den sie heute abend drauf hatte. „sag es mir…weißt du überhaupt, was die LIEBE ist…wurdest du jemals geliebt…?“

Alle rufen erstarben, plötzlich war es totenstill. GKF starrte asray quecksilber an. Die starrte zurück…beide starrten…eigentlich starrte alles…

Doch dann brachen sie in schallendes gelächter aus, sie beide, gabi k. flocke und asray qu. ecksilber. Und fielen sich in die arme. Und küssten und herzten sich wie weiland das doppelte lottchen.

„nur du, du, du allein“, sangen sie gleichzeitig und in vollendeter harmonie, arm in arm schunkelnd, „sollst mein dusch-be-gleiter sein, du allein, du allein, du allein …“

„sind die doof, liebelein“, freute sich GKF, „die nehmen das alles ernst, was wir schreiben! du drückst einen knopf, und alle springen genau wie du willst ...“

„doofer als doof, gabilein“, kicherte asray, „MÄNNER!!! Was meinst du, warum ich meine nacktfotos ins netz stelle? Unser dieter steht da ganz besonders drauf, und dem gernot musste ich mal eins signieren, mit widmung.“

„was hast du ihm denn geschrieben?“

Asray flüsterte es ihr ins ohr, und zum ersten mal seit dem großen duisburger stromausfall von 1928 wurde die gabi k. rot bis hinter die ohren. „dann verstehe ich alles … armer gernot, aber selber schuld.“

Und schon entschwirrten sie aus der silberkneipe, eng umschlungen wie ein paar himmlische engel.

„ey!“, brüllte nina. „das geht aber nicht! Ich will auch mit, denn ich liebe gabi!“

„heilige eifersucht!“, zirpte carla dechan an ihrem tisch und hob den revolver. „und wo bleibe ich?“

„ich liebe sie auch!“, schrien die anderen, im kugelhagel. „wir lieben sie alle beide! Ey, wartet, wir wollen auch mit …!!!“

Als ich ganz allein in der kneipe saß, den letzten fliegenpilz in der hand, war dieters tante noch immer nicht erschienen, und ich gab langsam aber sicher die hoffnung auf, packte meinen schrankkoffer und trat, ehrlich beschwingt, den heimflug an.

Ja, dachte ich noch, fliegenpilze sind halt die schönsten pilse, und ohne rezept schmecken und bekommen sie einfach köstlich.

Ich klappte die flügel aus und hob ab in die laue nacht über dem kleinen städtchen mit der kleinen kneipe, in der ich wieder einmal einen richtig schönen und entspannten abend verbringen durfte. Vor mir flog der silberne rächer, unterwegs zu einem platinertreffen in bochum.

Nur wenn ich an gabi k. flocke dachte, zwickte es mich immer noch seltsam in der gegend des magens.

Was wollte er mir damit sagen…was…?

Ich nahm meine tropfen und flog hinter dem silbernen rächer her.




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